WIE WURDE DIE PANEURHYTHMIE AUF IZGREVA ERLERNT UND GETANZT

Konzert-Rezitation März 2007, Sofia

Inhalt

Erinnerungen aus „Izgreva“ (Der Sonnenaufgang),
Band I, Band II, Band III und Band ХVІ

Musik von Meister Danov – Beinsa Duno

PANEURHYTHMIE: Tonbandaufnahme von 5 – 8.3.1971

Arrangement von Dr. Phillip Stoitzev

Moderator: Petar Vangelov

Im Saal der Gemeinde „Izgrev“ Tschechov Str. 16 A

Teil 1. 
Das Publikum mit 9 Erfahrungen bekanntmachen, nach  jeder Erfahrung folgt
eine jeweilige Darstellung der ursprünglichen paneurhythmischen Übungen aus der Originalaufnahme

Teil 2.
Das Publikum mit weiteren 9 Erfahrungen und mit
den ursprünglichen paneurhythmischen Übungen aus der Originalaufnahme bekanntmachen

Galerie

ERLÄUTERUNGEN und Anmerkungen zum Thema der Konzert-Rezitation

 

  1. Die Paneurhythmie auf Izgreva wurde bis zum 6. Dezember 1957 getanzt, als die Behörden nach einer Durchsuchung 163.000 Bände vom Buch „Das Wort“ des Meisters beschlagnahmten, sie auf 19 Lastwagen verluden und als Altpapier an die Buchfabrik am Iskar-Bahnhof schickten.
  2. Gegen die Geistige Gesellschaft der Weißen Bruderschaft wurde ein Gerichtsverfahren geführt, das sich über einen Zeitraum von 2 Jahren (1958-1959) erstreckte. Der Saal auf Izgreva wurde geschlossen, und es wurde verboten, die Paneurhythmie auf Izgreva und im Land zu tanzen.
  3. Eine Aufnahme der Paneurhythmie wurde in der Hütte von Ignat Kotarov am 5-8.3.1971 gemacht (siehe „Izgreva…“, Band 8. Sofia, 1998, S. 669). Izgreva wurde 1972 abgerissen.
  4. Die Ausübung der Paneurhythmie wurde von den Behörden 1972 erneut zugelassen. Wie kommt denn das zustande? (Siehe „Izgrevа …“ , Band 9, Sofia, 1999, S. 782, Punkt 7).
  5. Stefan Dojnov kauft für 1500 Leva ein Stereo-Tonbandgerät, ein polnisches „Unitra“ (es kostet so viel wie 15 Gehälter), und damit begann man, Paneurhythmie von dieser Aufnahme (5-8.3.1971) zu hören und tanzen. Sie wurde von allen herzlich aufgenommen, insbesondere von den noch lebenden Schülern der Schule vom Meister.
  6. Die Anhänger von Meister Danov führten in der Periode 1971-1980 die Paneurhythmie nach dieser Aufnahme aus. Die Tonbänder für diese Aufnahme wurden von Dr. Virgilii Krastev, dem Verfasser von „Izgrevа“, erworben.
  7. Heute präsentieren wir diese Aufnahme, die Fotos über die Paneurhythmie und die Fotos aus der Zeit der Schule von Meister Danov. Das ist die 3. Konzert-Rezitation, die der Paneurhythmie, der Musik und dem Leben in der Schule gewidmet ist.
  8. Wir wollen Sie kurz erinnern: Die erste Konzert-Rezitation am 30.9.2006 trug den Titel Wie wurde die Paneurhythmie im Himmel auf Mussala-Gipfel gegeben, Die zweite Konzert-Rezitation am 18.11.2006 wurde unter dem Titel Wie entstand die Paneurhythmie auf Izgreva“ vorgeführt. Die dritte Konzert-Rezitation von heute Wie wurde die Paneurhythmie auf Izgreva erlernt und getanzt“ schließt die Reihe über die Geschichte der Paneurhythmie ab.
  1. Wo ist die wahre Paneurhythmie? (Siehe „Izgrevа …“, Band 23. Sofia, 2006, S. 824 – 891).

 

 

 

1 Teil

DIE ALTE MIT DEM STOCK

Galilei Velitschkov erzählt

Aus: Izgreva…, Band 1, Sofia, 1993, S. 25. ISBN 954-799-183-3

Es ist Sonntag. Am Morgen auf der Wiese von «Izgreva» stehen wir im Kreis. Wir sind alle zu der Paneurhythmie bereit. Die Musiker sind im Zentrum des Kreises versammelt, die Instrumente sind gestimmt, und nur ein Zeichen vom Meister wird erwartet, damit wir zu spielen beginnen. Gewöhnlich nickte der Meister mit dem Kopf und das war das Zeichen für den Anfang. Wenn wir zu spielen begannen, bewegte sich dann der ganze Kreis, und es begann jene himmlische Mysterie, genannt Paneurhythmie. Nun aber steht der Meister,

sagt kein Wort, und schaut ab und zu auf die Kiefer, die rund um die Wiese waren. Wir sehen, dass es einen Grund gibt, aus dem der Meister zögert, und wir schauen in dieselbe Richtung, wohin Er auch schaut, aber kein Mensch sieht etwas. Wir sehen nur grüne Kiefer.

Es vergehen fünf Minuten. Auf einmal von dort, wohin wir alle blickten und nichts sahen, kam eine ältere Schwester. Sie geht am Stock und schreitet behutsam wie eine Schildkröte. Wir alle sehen ihr zu, wir Musiker im Kreis, und jene, die im Kreis herum stehen. Und heute ist Sonntag. Der Kreis ist weit, über hundert Menschen. Wir alle sehen ihr zu, wie sie in fünf Minuten eine Strecke von sechzig-siebzig Metern gelassen zurücklegte. Schließlich schleppte sie sich zum Kreis hin, trat darin und reihte sich an die anderen an, auf den Stock gestützt. Es erwies sich, es ist kein Partner für sie, und wie bekannt, wird die Paneurhythmie zu zweit, in Paaren getanzt, und diese alte Frau musste mit ihrem unzertrennlichen Freund, dem Stock, tanzen.

Der Meister schaute auf uns und gab den Musikern das Zeichen. Wir begannen zu spielen, und der ganze Kreis der Paneurhythmie drehte sich und kam in Bewegung. Die himmlische Mysterie floss in uns ein, und wir waren eine gemeinsame Ganzheit – die Musiker, die Musik und der sich bewegende Kreis vor den Augen des Meisters. Der Meister tanzte normalerweise allein und bewegte sich im Kreis, fünfzehn-zwanzig Schritte von uns entfernt, sodass es einen gleichen Abstand gibt, zwischen uns, Musikern, und dem äußeren Kreis der Paneurhythmie. Das konnte eingehalten werden, nur wenn der Kreis weit war und wenn der Platz, auf dem man tanzte, weit war und solche Verhältnisse zuließ.

Hören Sie nun, wie die himmlische Mysterie in uns alle eindringt und uns im Kreis der Paneurhythmie bewegen ließ. Unsere Seelen entdecken in „Der erste Frühlingstag“ und

„Der erste Tag der Liebe“ diese Mysterie.

Es folgtDER ERSTE FRÜHLINGSTAG“.

 

DIE KÖNIGIN VON ENGLAND TANZT PANEURHYTHMIE

Galilei Velitschkov erzählt

Aus: Izgreva…, Band 1, Sofia, 1993, S. 25. ISBN 954-799-183-3

Nach Abschluss der Paneurhythmie begrüßten sich die Tanzenden im Kreis, stellten sich an und traten an den Meister näher, Seine rechte Hand zu küssen. Das war ein Zeichen von Gemeinschaft mit Ihm und dem Gott. So bekamen wir Seinen Segen. Die Musiker kamen gewöhnlich zuletzt.

Ich wartete die letzten ab, denn ich wollte ihn fragen, warum man auf die Alte warten sollte. Ich sage „die Alte“, denn wir alle waren sehr verärgert, dass wir zehn Minuten warten mussten: fünf Minuten bis sie erschien und fünf Minuten, damit sie uns näher kommt und den Kreis betritt.

Aber das war Oma Maria. Oma Maria war die leibliche Schwester von Todor Stoimenov, einem der ersten Schüler vom Meister und dem Vorsitzenden der Jugedlichen Okkulten Klasse.

Ich küsste dem Meister die Hand und sagte: „Meister, heute haben wir alle auf „Izgreva“ äußerst begeistert Paneurhythmie getanzt, einschließlich Schwester Maria mit ihrem Stock.“ Der Meister schaute auf Oma Maria, die etwas abseits stand, auf dem Stock gestützt, aber selbstsicher, in aufrechter Haltung und keine Bemerkung und Widerrede duldend. Der Meister blickte auch auf Todor Stoimenov, der vor ihm, neben mir stand, und sagte feierlich: „Wenn selbst die Königin von England Paneurhythmie tanzen kam, ist das ein Zeichen des Himmels und der Erde, dass wir siegen werden. Vergesst das nicht.“

Ich verstummte. Todor Stoimenov lächelte und sein Lächeln erhellte die ganze Wiese. Andere Freunde sammelten sich um den Meister und überschütteten ihn mit Fragen. Ich wandte mich an Todortscho – wir, die jungen Leute, nannten ihn so, denn der Meister redete ihn auf diese Weise an. Er musterte mich, und ich hob hilflos Arme: „Ich verstehe nichts.“ Bruder Todor Stoimenov begriff mein Befremden, hängte sich bei mir ein und zog mich weg. Er flüsterte in mein Ohr, damit die anderen nicht hörten, und sagte deutlich: „Meine leibliche Schwester Maria, die für euch „Oma Maria“ ist, ist die wiedergeborene Königin von England, von der der Aufstieg des britischen Reichs beginnt. Das hat mir der Meister mehrmals gesagt, und nun haben wir beide gehört, warum wir durch die Lehre siegen werden.

Die nächste Menschheit wird Paneurhythmie tanzen, und wir werden dadurch siegen.

Amen!

„Hier ist er, ein schöner Tag wird geboren!“ Das ist der Tag des Sieges!

Es folgenEVERAundSPRINGEN“.

 

DIE PFERDE VON JANKO SEHEN DER PANEURHYTHMIE ZU

In wessen Händen liegt das Schicksal der Welt?

Galilei Velitschkov erzählt

Aus: Izgreva…, Band 1, Sofia, 1993, S. 42–43. ISBN 954-799-183-3

1939 ist die ganze Weiße Bruderschaft an den Sieben Seen im Rila-Gebirge. Seit 22 Jahren war das der größte Ausflug in Rila mit Zelten während der ganzen Schule. Mehr als 700 Menschen waren oben an den Seen. Morgens und abends zogen Pferdekarawanen, die mit dem Gepäck hinaufkletterten, und sie kletterten hinunter, manchmal mit dem Gepäck jener geladen, die zurückkamen. Alles war perfekt organisiert.

Wir, Musiker, spielten einmal im Kreis. Nach Abschluss der Paneurhythmie schubste mich jemand und sagte: „Sieh mal auf jenes Bild dahin!“ Ich sehe dahin – und was sehe ich! In einer Reihe, 30 Meter vom Kreis entfernt, hatten sich 50-60 Pferde in einer geraden Linie geordnet. Das waren die Pferde, mit denen Janko das Gepäck und das Proviant von Dorf Govedartzi bis zu den Sieben Rila-Seen transportierte. Nachdem das Gepäck entladen wurde, ließ man die Pferde um die Seen frei laufen. Auf ihrem Genick waren verschieden große Glocken aufgehängt, nach denen sich Bruder Janko orientierte, wo die Pferde waren.

Nun aber, als wir zur Paneurhythmie kamen, war die Wiese leer, und kein Pferd war da. Sie hatten die Kapelle und die Musik vom Meister gehört und waren uns leise näher gekommen, aber wer war ihr unbekannter Anführer und Leiter, der sie im Abstand von 2 Metern in einer Gerade ungefähr hundert Meter lang aneinander gereiht hatte? Sie stehen und sehen uns zu. Sie stehen still. Nur ab und zu ist zu sehen, wie sie mit dem Schwanz wedeln. Sie hatten uns also während der Paneurhythmie zugesehen und der Musik vom Meister zugehört. Vor Staunen bleibt mir der Mund offen stehen, und ich bin voll von diesem Bild entzückt. Was war das für eine Parade des Himmlischen Heeres? Wo waren die Reiter und Krieger? Die Krieger des Himmels waren wohl auf sie aufgestiegen, und sie standen vor dem Oberbefehlshaber, die Parade abzunehmen. Und wer war dieser Oberbefehlshaber?

Mit diesen Gedanken nähere ich mich dem Meister, küsse Ihm die Hand und sage: „Meister, sehen Sie auf jene Pferde, die sich zur Parade aufgestellt haben und unserer Paneurhythmie zusehen.“

Der Meister drehte sich um blickte auf sie, lächelte und sagte: „Rührt euch!“

Und gleich rührten sich die Pferde, drehten sich wie auf Kommando um und entfernten sich langsam.

Ich bin entzückt: „Meister, was hat das zu bedeuten?“

„Das ist die Himmelsparade des Himmlischen Heeres, das die Welt regiert. Sie kamen vor den Großen Meister, die Macht und die Kraft ihres Schwertes zu bezeugen. Und dafür, dass diese Pferde die ganze Zeit brav waren, werden sie als Belohnung nicht wie Pferde, sondern wie Menschen im nächsten Leben geboren.“

Ich stehe da und schaue mal auf den Meister, mal auf die sich entfernenden Pferde. Ich versuche, mir das alles zu merken. Im Moment kann ich es nicht begreifen, ich werde es in Jahren begreifen. Ich muss es mir aber unbedingt merken. Und ich präge es mir ein.

Nach mehreren Jahren habe ich die Richtigkeit der Worte vom Meister überprüft. Und ich konnte erleben wie, das Himmlische Heer vom Meister des Weltalls das Schicksal der Welt regierte!!!

Es folgtWEBEN“.

 

DER FELDHERR UND DIE GEIGE FÜR PANEURHYTHMIE

Galilei Velitschkov erzählt

Aus: Izgreva…, Band 1, Sofia, 1993, S. 33–34. ISBN 954-799-183-3

Welche innere und welche äußere Disziplin nur in jedem von uns oben an den Seen herrschte! Und welche große Paneurhythmie sich dort ereignete! Jenes Jahr wurde die Paneurhythmie am dritten See getanzt, und danach zogen wir auch zum See «Babreka»/«Niere» genannt. Da gab es ein großes Plateau und eine große Wiese, und wir haben es uns bequem gemacht. Der Kreis der Paneurhythmie war groß und es war Platz genug, damit sich der Kreis richtig ausdehnen konnte. Es kam die Zeit, Paneurhythmie zu tanzen. Wir, Musiker, stellten uns in die Mitte des Kreises und begannen zu spielen. Der Kreis der Paneurhythmie kam in Bewegung. Die Gäste fassten Mut und begannen mitzutanzen. Für alle war es ein herrliches Erlebnis. Nach dem Abschluss der Paneurhythmie trat eine der beiden Schwestern, die unserem Gespräch zugehört hatte, an den Meister näher. Ich stehe neben ihm. Wir, Musiker küssen dem Meister die Hand wohl als letzte. „Meister, wie die Musiker nur begeistert spielten, besonders jener Bruder mit dem weißen Schal. Er strich so schön mit dem Bogen, dass ich von ihm entzückt war und Augen von ihm nicht losreißen konnte.“

Etwas entfernt vernehme ich das Gespräch und lächele ein wenig. Ich kenne diesen Schal. Ich weiß auch, wer ihn geschenkt hat und um wessen Hals er sich nun weht. Der Meister schaut uns aufmerksam an, wir, Musiker, stehen um ihn und haben uns angestellt, um ihm die Hand zu küssen.

Der Meistert entgegnet der Schwester: „Heute streicht dieser Bruder mit dem Bogen, er spielt, und ihr tanzt Paneurhythmie. Aber in einem früheren Leben ist er ein großer Feldherr gewesen, er hat in seiner Hand ein Schwert gehalten, und mit diesem Schwert hat er viele Köpfe abgehackt, dabei die Köpfe von denjenigen, die heute hier Paneurhythmie tanzen. Und nun hält er statt eines Schwertes – den Bogen der Geige.“

Die Schwester brach in Tränen aus: „Aber Meister, das ist sehr grausam, das kann ich nicht wahrnehmen.“

„Es ist besser, dass er nun einen Bogen hält, als dass er in die Welt geht, ein Schwert nimmt und wieder Köpfe abhackt“, sagte der Meister entschieden.

Ich stehe erschauert. Ich kann das alles nicht begreifen. „Meister, warum ist er denn in die Schule gekommen, wenn er Köpfe abgehackt hat?“ Er ist in die Schule gekommen, denn er ist einst Geißel Gottes gewesen, und das Schwert wurde ihm gegeben, um den Willen Gottes zu tun und einen Aussatz unter der damaligen Menschheit zu bekämpfen. Er tat den Willen Gottes, und nun kommt er hier sein Karma begleichen und sein Bewusstsein zu befreien, indem er die Ideen der Weißen Bruderschaft akzeptiert. Sowohl damals, als auch heute tut er den Willen Gottes.“

Der Meister hört auf zu sprechen, schaut mich vielsagend an und lächelt ein wenig.

Die Schwester beruhigt sich.

Ich weiß, wer dieser Geiger und Feldherr ist. Ich weiß sehr gut, wer er ist. Ich kenne ihn seit Jahrhunderten. Ich kenne ihn auch jetzt. Und ob ich ihn morgen erkenne?

Das weiß ich nicht. Diese Paneurhythmie blieb für immer bei mir, wie eine Offenbarung des Himmels über das Wesen der kosmischen Vorsehung über historische Personen und Ereignisse in der menschlichen Geschichte.

Vermerk des Verfassers:

Der Geiger und der Feldherr ist Galilei Velitschkov selbst.

Es folgenDENKEundAUM“.

 

JARMILA MENZLOVA UND DIE PANEURHTHMIE

Krum Vascharov erzählt

Aus: Izgreva…, Band 1, Sofia, 1993, S. 351–352. ISBN 954-799-183-3

Ich erzähle euch eine äußerst wichtige Begebenheit. Ein Jahr vor dem Ableben des Meisters stellen sich zwei Schwestern ganz zufällig neben den Meister auf Izgreva.

Die eine ist Maria Zlateva, die andere – Jarmila Menzlova. Der Meister wendet sich an Schwester Jarmila und sagt: „Schwester, Sie werden die Paneurhythmie berichtigen.“

Das hat Jarmila überrascht, sie hat erwidert, sie kenne die Paneurhythmie nicht gut, aber der Meister hat denselben Satz wiederholt und dabei zugesetzt, dass sie die Paneurhythmie von denjenigen lernen würde, die sie am besten kannten.

Und schon hat Jarmila diese Aussage vom Meister als Lebensaufgabe.

Jarmila ist Tschechin, die 1907 in Bulgarien geboren ist.

Ihr Vater, Josef Menzl, ist Lehrer für Gartenbau in der Schule für Landwirtschaft in Haskovo gewesen. In Bulgarien leben und arbeiten zu jener Zeit viele Ausländer, Fachleute auf verschiedenen Gebieten, die die bulgarische Regierung nach der Befreiung vom türkischen Joch geworben hat. Später ließ sich der Vater in Sofia im Wohnviertel Krasno selo nieder. Hier ist er schon Rentner und baute ein Gewächshaus für Blumen. Er züchtete Blumen und verkaufte sie. Mit Jarmila waren wir Mitschüler und sind von klein auf befreundet. Wir wuchsen zusammen auf, und als ich 1928 nach Athen studieren fuhr, fuhr sie nach Frankreich. Sie studierte dort Tanzen und war eine Nachfolgerin von Isidora Duncan, die eine Schule für den so genannten freien Tanz hatte.

Er ist weder ein tänzerischer Tanz, noch Ballett, sondern freier Tanz. Dort spezialisiert sie sich auf Choreographie. In den Sommerferien kam sie nach Sofia, und so pflegten wir unsere Freundschaft. Im Jahr 1943 kam sie nach Sofia zurück, sie wollte dauerhaft hier bleiben, und wir haben geheiratet, sie wurde meine Frau.

Aus diesem Grund wandte sich der Meister an sie und beauftragte sie mit den Korrekturen

in den Übungen für die Paneurhythmie. Sie kannte die Übungen jedoch nicht.

Ich verband sie mit Katja Griva, die sich in der Paneurhythmie sehr gut auskannte.

Sie kannte die Paneurhythmie bis ins Detail. Der Meister selbst hat ihr die erste Übung dеr Paneurhythmie vorgeführt. Später haben sich daran andere Schwestern angeschlossen. Es gab einige Schwestern, denen der Meister die einzelnen Übungen vorgeführt hatte, und sie ihrerseits brachten die Übungen den anderen bei. Richtig, genau tanzen und Übungen beschreiben sind nicht ein und dasselbe. Dafür brauchst du Fachkenntnisse. Deshalb erschien Jarmila hier mit ihrer Fachausbildung, um die Übungen zu beschreiben.

Nach dem Ableben des Meisters begann sie, an der Präzisierung in den Bewegungen der Paneurhythmie und an ihrer Beschreibung zu arbeiten. Damals ließ sich das in Bulgarien

jedoch nicht verwirklichen, es war unmöglich, ein Buch zu schreiben und herauszugeben.

Deshalb kehrte Jarmila nach Frankreich zurück, um arbeiten und eine Ausgabe der Paneurhythmie finanzieren zu können.

Hier habe ich das Foto von Jarmila. Man sieht, wie sie die erste Übung vorführt.

Es folgt „DIE SONNE GEHT AUF“

 

JARMILA TANZT ZUM ERSTEN MAL PANEURHYTHMIE

Krum Vascharov erzählt

Aus: Izgreva…, Band 1, Sofia, 1993, S. 352. ISBN 954-799-183-3

Als sie 1943 nach Bulgarien zurückkam, kannte sie nicht den Meister. Sie hatte Paneurhythmie weder gesehen noch getanzt. Es kam so vor, dass sie einmal zu einem Treffen bei Simeon Simeonov mitkam. Da hatten sich so um 20 Freunde versammelt, und der Meister war da. Es kam vor, dass Brüder oder Schwestern manchmal den Meister einluden, und dass manche Freunde da zu Besuch waren. Die Gastgeber trafen Vorbereitungen der Tisch war mit auserlesenen Leckerbissen bedeckt, man führte äußerst spannende Gespräche, und die Freunde stellten dem Meister interessante und unerwartete Fragen.

Und es kam so vor, dass einige Brüder Geigen nahmen und die Paneurhythmie zu spielen begannen. Warum es sich so ereignete, weiß ich nicht. Aber nach den ersten Tönen stand Jarmila auf und begann zu tanzen. Sie war ja eine Nachfolgerin vom freien Tanz, und nach ihm sollen das innere Wesen und der ganze Körper die Musik, der man zuhört, in der Luft zeichnen. Und Jarmila begann denjenigen Teil der Paneurhythmie zu tanzen, der momentan gespielt wurde. Sie begann, jenes zu tanzen, was uns bekannt war und wir beim Erlernen der Paneurhythmie gelernt hatten. Und es war unmöglich, dass sie es irgendwoher gelernt hätte. Wir alle starrten auf sie, und ich war am meisten überrascht.

Da sagte der Meister: „Seht, welche Beziehung zwischen Musik und Bewegungen besteht!“

In der Musik sind die Bewegungen zwar enthalten, aber man muss Fachkenntnisse haben, um das zu vernehmen. Und wir haben alle einfach verstummt. Denn sie kannte weder die Paneurhythmie, noch hatte sie davon gehört. Aber als sie die Musik hörte, begann sie die Bewegungen der Paneurhythmie zu tanzen. Sie begriff also den Geist der Paneurhythmie.

Im Ballett sind Spitzentanz und genau bestimmte Bewegungen. Aber im freien Tanz von Isidora Duncan ist etwas anderes. Du drückst mit deinem ganzen Körper die Musik aus.

Und Jarmila, egal bei welcher Melodie, steht auf und beginnt nach dieser Melodie zu tanzen. Sie kommt also in Kontakt und tritt in dieses Feld, woher der Geist der Musik kommt. Aber um das zu machen, musst du ein außerordentlich gebildeter Mensch sein. Deshalb hat sie alle, die da waren, verblüfft.

Das ist ein Beispiel dafür, wie der Geist der Paneurhythmie in Jarmila trat und sie unter dem Klang der Geigen tanzen ließ.

Es folgtQUADRAT

 

JARMILABEZAHLTMIT IHREM LEBEN DEN DRUCK IHRER PANEURHYTHMIE

Krum Vascharov erzählt

Aus : Izgreva…, Band 1, Sofia, 1993, S. 353. ISBN 954-799-183-3

Was ist der Zusammenhang zwischen mir, Jarmila und der Paneurhythmie?

Seit 1927 bin ich Mitglied der Bruderschaft. Der Meister begann die ersten Übungen

schon im selben Jahr vorzuführen. Später begann Er, uns diese Übungen beizubringen. Als der Meister die Übungen vorführte, damit sie gelernt werden, war ich dabei, und ich habe schon von Anfang an Paneurhythmie getanzt. In einem Sommer, als wir in Rila waren, tanzten wir Paneurhythmie am See der Reinheit. Die Musiker stehen im Zentrum des Kreises und spielen. Der Meister tanzt allein 10 Meter von ihnen entfernt und bewegt sich im Kreis, nur in einem kleineren inneren Kreis. Wie er im Kreis war, verließ er ihn und kam den tanzenden Paaren im Kreis näher. Er kam, stellte sich neben mich und begann, mit mir zu tanzen. So etwas hat er niemals mit einem von uns gemacht. An diesem Tag hatte ich mich etwas verspätet, und als ich Paneurhythmie tanzen wollte, gab es für mich keinen Partner.

Die Paare waren schon gebildet, und jeder wartete auf das Anfangszeichen. So haben wir mit dem Meister den Rest der Paneurhythmie getanzt. Wir waren alle erstaunt, denn ich konnte nicht begreifen, warum der Meister das machte. Ich habe das erst später begriffen, als ich den Jugendlichen Paneurhythmie beibringen musste. Weil er vorgesehen hat, ich sei derjenige, der den Jugendlichen Paneurhythmie beibringen würde, und deshalb musste ich sie gut erlernen. Dabei wollte er mir nicht nur eine Übung vorführen, sondern auch in mir gewisse Zentren erwecken. Ich bemühte mich, sie mit allen Einzelheiten genau zu erlernen, da ich sie den jungen Leuten beibringen sollte, und ich musste ihnen alles ganz genau beibringen. Jarmila, die sich völlig im Klaren war, wusste, wie gut ich die Paneurhythmie kenne, und nachdem sie nach Frankreich fuhr, bat sie mich um Hilfe bei der Beschreibung und Präzisierung der Bewegungen. 1982 fuhr ich nach Frankeich wir waren zwei Monate mit ihr zusammen und arbeiteten an der Präzisierung der Paneurhythmie. Nach den Präzisierungen schrieb Jarmila das Buch und gab es einem Verlag zum Druck. Ich war schon nach Bulgarien zurückgekommen. Aber da passierte etwas Unerwartetes. Eines Abends, auf dem Weg nach Hause im Zentrum von Paris schlägt jemand sie mit einer Eisenstange auf den Hinterkopf, um sie zu berauben. Sie fällt auf die Straße in Ohnmacht, am Morgen findet man sie im selben Zustand dort. Sie wird ins Krankenhaus gebracht und nach 2 Monaten verließ sie die Welt.

Sie verließ uns auf diese Weise. Sie konnte den Buchdruck nicht verfolgen oder abwarten. Sie sehen, was der Kampf mit den dunklen Kräften bedeutet. Die beschlossen, sie zu beseitigen, damit die Paneurhythmie nicht erscheint.

Ich habe mir ihr Horoskop nicht angeschaut, und ich habe darin keinen derartigen

Aspekt gesucht. Aber sie hat wie ein Soldat ihre Aufgabe zu Ende gebracht und dafür mit dem Leben bezahlt. Das ist nicht wenig – mit dem Leben zu bezahlen – dein Ideal und jenes, womit du jahrelang zum Werk des Meisters beiträgst.

Es folgt „SCHÖNHEIT“

 

JARMILAWIRD DIE PANEURHYTHMIE IN ORDNUNG BRINGEN

Maria Zlateva erzählt

Aus: Izgreva…, Band 1, Sofia, 1993, S. 353–354.ISBN 954-799-183-3

Es war so um den 20. Dezember 1944. Schwester Jarmila Menzlova und ich gingen um den Kreis auf der Wiese, und sahen die anderen, die Übungen machten. Wir waren angenehm überrascht, als wir den Meister sahen – blaß, trat er uns näher, seine Pelerine überworfen. Als wir ganz nah waren, sagte er zu Jarmila: „Schwester, Sie werden die gymnastischen Übungen in Ordnung bringen!“

„Meister, ich kann sie nicht richtig tanzen. Ich werde sie als Ballerine tanzen.“

„Nein!“ – unterbrach sie der Meister. „Sie werden sich mit jenen Schwestern beraten, die um Мich waren – Katja Griva und die anderen. Und Sie bringen die Paneurhythmie in Ordnung!“ Darauf drehte Er sich um und ging weg. In Wirklichkeit wurde die Paneurhythmie sowohl früher als auch nun nicht ganz richtig getanzt, dafür muss es ein Vorbild für die richtige Ausführung der Übungen geben. Damals hat der Meister Schwester Jarmila ausgewählt, da sie selbst Ballerina ist und ein gutes Vorbild für die richtige Ausführung der Übungen geben könnte.

Vorher sollte sie sich jedoch die Übungen sehr gut von Katja Griva sowie von den anderen Schwestern aneignen, die an jenen Sommerabenden zusammen mit dem Meister die Übungen erlernten. Diesen Auftrag des Meisters habe nur ich gehört.

Er konnte aber nicht erfüllt werden, da Schwester Jarmila ins Ausland fuhr. Der Meister sagte ihr, sie solle hier und nicht im Ausland für Bulgarien arbeiten. Sie verließ Bulgarien, da sie hier keine Rente bekommen konnte, aber auch aus manchen persönlichen Gründen.

Der Fotograf Vasko Iskrenov schaffte es, alle Übungen aufzunehmen, die von Jarmilla und Maria Todorova gezeigt wurden.

Es folgtBEWEGLICHKEIT“.

 

WIE SIND DIE ÜBUNGEN DER PANEURHYTHMIE ZU KÜRZEN?

Maria Zlateva erzählt

Aus: Izgreva…, Band 1, Sofia, 1993, S. 353. ISBN 954-799-183-3

Manchmal war die Lektion am Morgen länger, und viele der Schüler waren Angestellte, Arbeiter, Studenten, und die eine Stunde, die für die Paneurhythmie bestimmt war, ließ diejenigen, die zur Arbeit gehen, den Kreis verlassen. Deshalb empfiehl der Meister, manche der gymnastischen Übungen zu kürzen, je nachdem, gerade aus diesen Gründen, dass sich die Freunde für Arbeit nicht verspäteten. Bruder Simeonov ließ «Der erste Frühlingstag» aus, da sie am längsten war.

Eines Morgens standen wir um den Meister, um Ihm die Hand zu küssen. Er sah sich nach Simeon Simeonov um, wollte ihm etwas sagen, aber der letzte unterhielt sich mit einigen Schwestern. Da wandte sich der Meister an mich und sagte mir: „Ihr werdet die ersten drei Stücke der Paneurhythmie tanzen: „Der erste Frühlingstag“, „Evera“ und „Springen“ ,und dann werdet ihr jedes zweite Stück auslassen. An einem Tag tanzt ihr die Stücke mit gerader Zahl, nächstes Mal tanzt ihr die Stücke der Paneurhythmie mit ungerader Zahl. An Feiertagen werdet ihr alle Stücke der Reihe nach tanzen, und die ganzen Stücke vorspielen.“

Als mir der Meister sagte, welche Übungen auszuführen sind, fragte ich ihn, ob für die jeweilige Übung ein Signal gegeben werden sollte. Der Meister erwiderte: „Besser ohne Signale. Sie müssen wach sein und folgen.“ Daraufhin fuhr er weiter: „Ihr, Musiker, müsst euch in Gruppen verteilen. Ein Teil von euch sollen spielen, die anderen – tanzen. Und ein jeder, während er tanzt, soll er beobachten und sehen, welche Verbesserungen vorzunehmen sind. Dasselbe gilt auch für diejenigen, die spielen. Eine solche Zeit kann kommen, wenn ihr die ganze Paneurhythmie nicht tanzen könnt.“

Und der Meister hat seine Erlaubnis gegeben. Ihr werdet die Stücke nach dem von Ihm angegebenen Schema kürzen.

Es folgt BESIEGEN“

Pause

 

Teil 2

DER GESCHLOSSENE MUSIKKREIS UND SONNENSTRAHLEN

Penju Ganev erzählt

Aus: Izgreva …, Band 16, Sofia, 2002, S. 130–131. ISBN 954-9915-07-7

Wenn ich aus dem Dorf, in dem ich Lehrer der Kinder war, nach Sofia kam, ging ich sofort zum Izgreva und suchte ein Treffen mit dem Meister. Manchmal wartete ich stundenlang darauf, bis er sich von den Gesprächen mit anderen Freunden befreite, aber er empfang mich immer. Dann teilte ich dem Meister einige Dinge mit, die mir in den Sinn gekommen waren, oder etwas, was ich lösen musste, aber nicht wusste, wie ich es tun soll. Er wies mich auf die Weise und den Weg, wie ich es selbst tun könnte – natürlich mit Seiner Hilfe.

Jedes Mal, wenn ich mich in Seinem Zimmer von Ihm verabschiedete und Ihm die Hand küsste, sagte Er immer wieder: „Der Bulgare lebt in einem geschlossenen Musikkreis!“

Ich gehe weg, und während ich in der Stadt bin, ist dieser Satz immer in meinem Kopf, und wenn ich auf dem Lande bin, vergesse ich ihn, als ob er irgendwo versinke. Dabei war ich nicht vergesslich und unverantwortlich – ich habe mich über Jahre hinweg, bis ins hohe Alter, an viele Dinge detailliert erinnert.

Jahre vergehen, und der Meister sagt mir immer wieder diesen Satz, wenn wir Abschied nahmen. Ich gehe zurück in mein Dorf, und wieder versinkt alles in den Sorgen des Dorflebens. Aber schließlich kam mir der Gedanke, zu fragen: „Meister, was verstehen Sie unter dem Wort „geschlossener Musikkreis“?“

Mit dem Zeigefinger Seiner rechten Hand wies der Meister mich an, zurückzukehren, und deutete auf den Stuhl, auf den ich mich setzen sollte. Erst jetzt deutete er an, dass ich mich setzen sollte, während ich vorher aufrecht stand und meine Fragen und Bedenken bezüglich meiner Arbeit stellte. „Ich sage es dir: Die bulgarische Volksmusik bewegt sich in einem geschlossenen Kreis! Für die Bulgaren ist der nationale Tanz die Ratschenitza – der Reigentanz, für die Russen der Kasatschok, für die Polen die Polka und für die Türken der Kütschek. Der Bulgare, wenn er seine Ratschenitza tanzt, tanzt er sie lebhaft, tritt schnell mit den Füßen: Du hast ja gesehen, wie die Frauen in den Dörfern den Stoff oder die Wolle am Fluss waschen und ausweichen, wie sie darauf mit einem Stock namens „tepachka“ schlagen, und bis sie mit der Wäsche fertig sind, sind sie erschöpft. So auch hier – der Bulgare tanzt, aber er tritt kräftig mit den Füßen, dann ist er erschöpft, keucht vor Müdigkeit, da setzt er sich auf einen dreibeinigen Schemel und atmet mit offenem Mund, er ruht sich aus. Er hat den Reigen getanzt, und jetzt sitzt er da und schnauft müde, er taugt im Moment zu nichts und will nicht denken. Das ist der geschlossene Kreis des bulgarischen Volksliedes!“

„Meister, was ist denn der offene Kreis?“, frage ich, ohne etwas zu verstehen.

Der Meister schweigt. Er musterte mich von Kopf bis Fuß. Ich bin Penju Ganev, ich bin aus dem Dorf auf Izgreva gekommen.

„DIE FREUDE DER ERDE“

 

WAS BEDEUTET DER OFFENE KREIS IN DER BULGARISCHEN VOLKSMUSIK?

Penju Ganev erzählt

Aus: Izgreva …, Band 16, Sofia, 2002, S. 131–132. ISBN 954-9915-07-7

Das ist meine Frage an den Meister.

Der Meister ging zum Geigenkasten, nahm die Geige heraus und sagte zu mir: „Wollen wir hinausgehen?“

Draußen auf dem Hof saßen etwa 50-60 unserer Freunde an den Esstischen. Es war gegen 5 Uhr an einem Sonntagnachmittag, und zu dieser Zeit waren viele Leute vor dem Saal, weil sie wussten, dass der Meister herauskommen und mit ihnen sprechen könnte, und sie könnten mit ihm Lieder singen. Als der Meister mit der Geige kam, sprangen alle vor freudig und begeistert hoch, denn sie wussten aus Erfahrung, dass der Meister bei solchen Gelegenheiten, wenn er mit der Geige herauskam, ein neues Lied vortragen würde. Und bei einem solchen Ereignis anwesend zu sein, ist mehr als eine Offenbarung des Geistes. Dieser Moment bleibt allen für den Rest ihres Lebens in Erinnerung. Ich erinnere mich an Freunde, die mir Jahrzehnte später erzählten, wie einer von ihnen dabei war, als der Meister zum ersten Mal ein Lied vermittelte – für sie war es eine unglaubliche Erfahrung, als Seelen in echtem Kontakt mit dem Geist des Meisters zu sein, von dem diese Lieder heruntergeholt wurden.

Auch jetzt sind wir Zeugen eines solchen historischen Moments. Der Meister begann mit der Geige „Sonnenstrahlen“ zu spielen. Wir waren überwältigt! Schließlich hörte Er auf und sagte: „Ich habe 15 Jahre an diesem Lied gearbeitet, aber ich habe es noch nie vor jemandem gesungen oder gespielt!“, und er sah mich an.

Da habe ich eingesehen, dass wir bis jetzt noch nicht bereit waren, dieses Lied zu akzeptieren. Zum Beispiel höre ich persönlich seit drei Jahren mit meinen eigenen Ohren, wie der Meister mich über den geschlossenen Kreis der bulgarischen Volksmusik anspricht, aber mein Bewusstsein ist nicht wach, ich schweige nur und nicke mit dem Kopf, dass ich angeblich verstehe, was zu mir gesagt wird, aber mein Bewusstsein ist für diese Sache verschlossen. Vermutlich hat es auch in meinem Bewusstsein eine Lücke gegeben, die es mir nicht erlaubte, für das Licht wach zu sein, das der Meister jahrelang lenkte, als Er die Frage nach dem geschlossenen Kreis des bulgarischen Liedes aufwarf. Aber da war ich noch nicht bereit. Da ich der einzige in der Schule war, der sich mit den Volksliedern beschäftigte und sie vor dem Meister sang, wurde der Moment abgewartet, in dem mein Bewusstsein bereit war und sich für dieses Problem öffnete. Jemand musste Vermittler werden, damit der Meister durch sein Bewusstsein die an ihn gebundene Seelenkette öffnete, so dass das Wissen des Meisters durch diese Kette fließen und unser gewöhnliches menschliches Bewusstsein erleuchten konnte.

Alle hörten dem Meister zu. Er erklärte, Er spiele bulgarische Musik in einem offenen Kreis. Offener Kreis bedeutet, wenn man spielt und tanzt, den Tanz voller Energie zu beenden! Man sollte beweglich sein, den Drang verspüren, sich an die Arbeit zu machen, und sich nicht, wie nach dem Reigentanz, müde und erschöpft fühlen.

BEKANNTMACHEN“.

 

WAS BEDEUTET DER GESCHLOSSENE KREIS IN DER BULGARISCHEN VOLKSMUSIK?

Penju Ganev erzählt

Aus: Izgreva …, Band. 16, Sofia, 2002, S. 132. ISBN 954-9915-07-7

Schließlich erklärte der Meister, dass Er bulgarische Musik in einem offenen Kreis spiele. Ein offener Kreis bedeutet: während eine Person spielt und tanzt, soll sie das Lied und den Tanz voller Energie beenden, den Drang verspüren, sich an die Arbeit zu machen, einen aufwärts gerichteten Gedankenfluss, eine aufwärts gerichtete Ausdehnung der Gefühle haben, nicht müde sein und sich ausruhen wollen, nicht vor Erschöpfung keuchen.

Der Meister gab uns ein einfaches Beispiel, aber wir haben es nicht verstanden, es war für uns immer noch Theorie. Nach einer Weile verstand ich jedoch aus Erfahrung, was ein geschlossener Kreis in der bulgarischen Volksmusik bedeutet. Wie? Mein älterer Bruder Bobby starb, während er einen Reigentanz tanzte. Mein Bruder Bobby war auf der Geburtstagsfeier meines Schwagers Nikola für dessen Sohn Todor. Man versammelt sich zu einem Festmahl. Im Dorf Woditza gibt es Blasmusik, die Musikanten kommen bei der Feier zu spielen, und weil mein Bruder ein erstklassiger Tänzer war und den Reigen anführte, steht er auf, um zu zeigen, was er von klein auf kann, tanzt, fängt an zu keuchen, fällt und stirbt. Alle fragten sich, wie so etwas möglich sei, und dann begriff ich die Macht des geschlossenen Kreises – nun, es ist ja mein gebürtiger Bruder, kein Scherz oder Theorien aller Art. Und dass es gerade mir passiert! Aber schließlich geht alles um den geschlossenen Kreis der bulgarischen Volksmusik durch mich, und der Meister ließ mich diesen Reigen anführen, deshalb sind mir so viele Dinge und Überraschungen passiert, letztendlich war es jedoch eine Erfahrung von gesammeltem Wissen, das zusammengefügt wurde.

Der Meister gab ein Beispiel dafür, wie man in „Sonnenstrahlen“ einen Reigen tanzt, der einen aufsteigenden Anfang hat.

Die Menschheit hat bis jetzt im kollektiven Unterbewusstsein gelebt und kommt jetzt daraus heraus und tritt in das kollektive Bewusstsein ein, dank des Kommens des Universellen Meisters, Der kam diesen kosmischen Kreis in Bewegung zu setzen und aus dem geschlossenen Kreis die Musik des bulgarischen Volkes herauszubringen, und dadurch Menschen, wie ein Glied und ein Organ im kollektiven Bewusstsein und Organismus der Menschheit, die Menschheit aus dem kollektiven Bewusstsein in das kosmische Bewusstsein zu bringen, das Überbewusstsein genannt wird.

Das beginnt mit dem Erwachen des menschlichen Bewusstseins – das Wissen darüber ist in Seinem Buch „Das Wort“ gegeben. Seine Musik ist zum Erwachen der menschlichen Seele gegeben, und hier in „Sonnenstrahlen“ beginnt der Austritt aus dem geschlossenen Musikkreis mit „Du hast mich, Mutter, einen schönen Menschen geboren, um klug zu sein, gut zu denken, gut zu lieben! Das ist das Leben im Paradies!“ Das Erwachen der Menschenseele beginnt, das Erwachen der Volksseele beginnt, das Erwachen der kollektiven Menschenseele der gesamten Menschheit beginnt.

Das ist der Weg der Menschheit vom geschlossenen Kreis zur Freiheit, vom geschlossenen kollektiven Unterbewusstsein zum kollektiven Bewusstsein und von dort – zum kosmischen Bewusstsein des Geistes.

Amen!

SCHÖNER TAG“.

 

WER HAT DIE WIESE, AUF DER MAN PANEURHYTHMIE TANZT,
BEWAHRT UND GERETTET? DIE GESTALT VON NATSCHO PETROV

Boris Nikolov erzählt

Aus: Izgreva …, Band 3, Sofia, 1995, S. 98. ISBN 954-90041-2-8

NATSCHO PETROV

Er lernte den Meister um 1910 kennen. Zu dieser Zeit war er in der Demokratischen Partei von Alexander Malinov. Als die Demokraten die Macht ergriffen, wurde er zum Innenminister ernannt. Zuvor war er stellvertretender Bürgermeister von Sofia. So ging er durch das politische Leben, kam mit dem Meister in Kontakt und war einer der tatkräftigen alten Freunde, die die Organisation von Izgreva und der Bruderschaft vorangetrieben haben. Er war treu, energisch, und wenn irgendwelche Probleme im Zusammenhang mit der Stadtverwaltung von Sofia gelöst werden mussten, ging er hin und löste sie sofort.

Das Interessanteste war, dass der Meister die ganze Wiese, die mit brüderlichem Geld gekauft wurde und auf der die Paneurhythmie getanzt wurde, auf seinen Namen und auf die Namen von zwei anderen eintragen ließ. Rechtlich gesehen war er also Miteigentümer der Wiese. Er hatte jedoch, wie damals üblich, einen „Gegenbrief“ verfasst, der mit einem Vermerk versehen war und in dem er bescheinigte, dass das auf seinen Namen eingetragene Grundstück mit brüderlichem Geld gekauft worden war.

Als 1947 das Gesetz über das städtische Großgrundstück herauskam, demzufolge jeder das Recht hatte, nur ein Grundstück zu besitzen, verzichtete Natscho Petrov auf sein Haus und ließ die gesamte Wiese auf seinen Namen eintragen, da er eine Grundeigentumsurkunde auf seinen Namen hatte. So rettete er die Wiese, und die Paneurhythmie wurde darauf von 1947 bis 1957 getanzt, als eine Klage gegen die Bruderschaft eingereicht wurde und der Saal und die Wiese auf Izgreva für uns gesperrt wurden.

Es sollte erwähnt werden, dass die beiden anderen Stenografinnen, die Eigentumsnachweise für einen Teil des Saals besaßen, auf Anraten der Anwälte ihre Wohnung und ihr Haus auf ihren eigenen Namen eintragen und ihren Anteil am Saal durch dieses Gesetz vom Staat beschlagnahmen ließen. Das waren Pascha Teodorova und Teresa Keremidtschijeva, die Mutter von Sawka Keremidtschijeva. Nur Elena Andreeva, die dritte Stenografin, hat, da sie kein anderes Vermögen besaß, ein Drittel des gesamten Vermögens der drei Stenografinnen auf ihren Namen eingetragen. So zahlten wir von 1947 bis 1957 jährlich 3.000 Lewa Miete an die Gemeinde für die Nutzung von zwei Dritteln des Halle, wobei Pascha und Teresa auf Anraten der Anwälte auf ihren Anteil am Saal verzichteten und so ihre Wohnungen behielten. Das wird hier erwähnt, damit es klar wird, was für ein Mensch Natscho Petrov war. Ehrlich, ehrenhaft und kompromisslos.

WIE ZUFRIEDEN WIR SIND

 

DER ZORN DER AMEISE UND NATSCHO PETROV

Boris Nikolov erzählt

Aus: Izgreva …, Band 3, Sofia, 1995, S. 98–99. ISBN 954-90041-2-8

Er trug einen kurzen Haarschnitt, immer war er gepflegt, offiziell gekleidet, stattlich. Nach dem Ableben des Meisters hatte er begonnen, in einem langsamen, predigenden Ton Teile der Vorträge vorzulesen, zu erklären, was der Meister damit meinte, und immer schloss er mit der Bemerkung ab, dass die Schüler Verfolgung, Leid erfahren würden, die Bruderschaft würde sich auflösen, wenn die Worte des Meisters nicht befolgt würden, und dass alle dafür die Verantwortung tragen würden. Er sagte das in einem solchen Ton, den nicht jeder ertragen konnte. Manchmal verließ man ihn, und plötzlich war er allein und niemand war um ihn herum. Dann wurde er wütend und drohte lautstark, dass sich alles hier auf Izgreva spurlos auflösen würde. Das ärgerte die anderen noch mehr. Mit der Zeit respektierte ihn niemand mehr, und er wurde gereizt, wütend und bedrohlich. Er war über 75 Jahre alt und wir waren jünger, und niemand konnte seinen Eigensinn weiter ertragen. Dann ging eine Schwester, Sijka Dinova, zu ihm und fing so einen Skandal über sein Verhalten an, dass er erstarrte. Und Sijka Dinova ist so eine schwache, sanftmütige Frau, sie widerspricht niemandem, sie läuft wie eine Ameise auf Izgreva und plötzlich steht diese Ameise vor Natscho Petrov und lässt den ganzen Zorn an ihm aus, den sie in sich angehäuft hat..

Der Meister hatte in einem Vortrag gesagt: „Hütet euch vor dem Zorn der Sanftmütigen!“ Und gerade hier passiert eben das. Der Zorn der Ameise wirkt sich auf Natscho Petrov vernichtend aus. In diesem Moment fällt er in Ohnmacht und verliert das Bewusstsein. Er wird ins Krankenhaus gebracht, wo er stirbt, ohne wieder zu Bewusstsein zu kommen.

Hütet euch also vor dem Zorn der Sanftmütigen!

Natscho Petrov hatte ein großes Archiv über den Meister und die Bruderschaft. Er sammelte Ausschnitte aus den Zeitungen, die den Meister und die Lehre verleumdeten. Er sammelte sie, ordnete sie und schickte den Verfassern dieser Lügen wütende Antworten.

Anmerkung des Verfassers von „Izgreva“, Dr. Virgilii Krastev: Diejenigen, die ihre Häuser behielten und den Saal und die Wiese auf Izgreva aufgaben, wurden als geistige Brüder und Schwestern akzeptiert.

Und der Leiter Todor Stoimenov verbrannte im Ofen von Bruder Radi Millionen Lewa von dem brüderlichen Zehnten, den der Meister für die Bruderschaft hinterlassen hatte.

Und Natscho Petrov wurde mitten auf der Wiese von Izgreva umgebracht, und er bezahlte mit seinem Leben, damit Paneurhythmie auf dieser Wiese von 1947 bis 1957 getanzt werden konnte.

Diejenigen, die den Saal und die Wiese auf Izgreva aufgegeben und den brüderlichen Zehnten für den Herrn verbrannt haben, haben die Bedingungen selbst abgeschnitten und die Zerstörung gebracht.

Und dann gaben sie den Kommunisten die Schuld an der Zerstörung von Izgreva. Die Wahrheit ist nämlich genau das Gegenteil.

SCHRITT FÜR SCHRITT

 

DIE PANEURHYTHMIE UND IHRE TORE

Atanas Mintschev erzählt

Aus: Izgreva…, Band 7, Sofia, 1997, S. 323–324. ISBN 954-90041-7-1

Früher habe ich während der Paneurhythmie regelmäßig Geige gespielt. Viele Musikanten kamen zusammen, und oft dirigierte uns Matej Kaludov mit dem Taktstock. Auf den Fotos aus dieser Zeit ist auch mein Gesicht zu sehen. Die Freunde tanzten Paneurhythmie und bewegten sich im Kreis. Der Meister tanzte im Zentrum des Kreises und bewegte sich ebenfalls in einem Kreis, der zehn Meter von den Musikern entfernt war. Während der Übungen machten die Paare normalerweise mal größere, mal kleinere Schritte, wodurch die gleichmäßige Verteilung der Paare im Kreis gestört wurde. Man konnte sehen, wie sich einige Paare nacheinander aufstellten, und nach ihnen gab es drei oder vier Meter Abstand, nach dem sich die nächsten Paare des Paneurhythmie-Kreises bewegten. In solchen Fällen deutete der Meister mit der Hand und sagte: „Kein Tor! Bewegt euch richtig, in gleichem Abstand!“ Diejenigen im Kreis korrigierten sich selbst, aber kurz darauf machten sie wieder denselben Fehler, und der Meister sagt erneut: „Korrigiert das Tor! Das Tor müsst ihr korrigieren!“

Nach dem Ende der Paneurhythmie versammelten sich alle um den Meister und fragten Ihn: „Meister, was ist unter ‘Tor’ zu verstehen?“

Der Meister antwortete: „Wenn ihr euch paarweise im Kreis bewegt, muss der Abstand zwischen euch symmetrisch sein, und die Paare müssen gleich weit voneinander entfernt sein, wobei der Abstand von einem Paar zum anderen eine Armlänge beträgt. Wenn ein Abstand im Kreis zugelassen wird, bildet sich eine Tür, ein Tor, durch das der Schule fremde Geister eintreten, um die Kraft, die Energie und das Licht zu stehlen, die sich bilden, wenn die Paneurhythmie getanzt wird. Denn dieser Paneurhythmie hier entspricht eine andere Paneurhythmie, über euch, die von anderen Lichtwesen, die ihr nicht seht, ausgeführt und getanzt wird. Der Zustand, den ihr erlebt, wenn ihr die Paneurhythmie tanzt, ist darauf zurückzuführen, auf die obere Paneurhythmie, durch die der Segen Gottes auf euch herabsteigt. Dieser Kreis der Paneurhythmie ist ein lebendiger Lichtkreis und ist ein Kraftfeld. Wenn ihr eine Tür und ein Tor bildet, kommen die Geister dadurch herein und stehlen die Lebenskraft, die durch die Paneurhythmie herabsteigt. Wenn ihr den Kreis schließt und richtig tanzt, können diese nichts stehlen. Deshalb sage ich: keine Tore, keine Türen und keine Fenster, damit es eine lebendige Paneurhythmie gibt, die derjenigen ähnelt, die oben in der Unsichtbaren Welt getanzt wird.“

Viele Jahre nach dem Ableben des Meisters hörte ich immer noch meinen Bruder Gradi während der Paneurhythmie oft laut rufen: „Korrigiert das Tor! Es darf keine Tore geben!“ Alle drehten sich um und dachten, dass etwas in Gradis Kopf nicht stimmte und er sei verrückt. Aber Gradi hatte sich das alles vom Meister an jenem denkwürdigen Tag gemerkt, und er wollte, dass es richtig gemacht, wird wie der Meister es gesagt hatte. Ja, aber das hat Gradi seinen Freunden nach dem Ende der Paneurhythmie nicht erklärt, und das hätte er tun sollen.

Nun, ich habe beschlossen, mit Ihnen mein Wissen über den Kreis und das Tor zu teilen. Vergesst es nicht!

„BEI MORGENDÄMMERUNG

 

DER MEISTER ÜBER DIE PANEURHYTHMIE. DIE ÜBUNGATMENUND DIE TONLEITER.

Aus dem Buch „Das Wort“ von dem Meister

Die nächste musikalische Übung der Paneurhythmie ist „Atmen“. Sie stellt die Tonleiter in auf- und absteigender Richtung dar.

Während einer Konzertaufführung ist das der Moment, in dem wir in die Welt der SIEBEN TÖNE eindringen müssen, durch die der Mensch in Harmonie mit der Natur leben kann.

Der Meister gibt die SPRACHE DER SIEBEN TÖNE – DIE LEBENDIGEN NOTEN

C – Der Grundton der Liebe. Es ist der Impuls der Liebe in der materiellen Welt. Die angehäufte Energie, die ihren Weg sucht, freigelassen zu werden. Befreiung durch Liebe.
D – Der erste Ausdruck der Freiheit, der Impuls zur richtigen Bewegung, die Richtung auf die günstigen Bedingungen des Lebens.
E – Dieser Ton gibt den Anfang des Denkens, wo sich die Richtung jeder Bewegung ausdrückt, das Ziel, auf das man zusteuert. Der Grundton der Wahrheit.
F – Eine Bedingung, das Verdiente als inneren Reichtum zu behalten. Dieser Ton regelt die inneren Zustände im Menschen, spielt eine wichtige Rolle bei der Organisation des Menschen.
G – Erlangt geistige Energie. Dieser Ton des Lichtes vermittelt dem Menschen geistiges Streben. Der Grundton der Weisheit.
A – Der Ton des Lebens! Das sind die Bedingungen, unter denen sich der Mensch entfaltet. Reifezeit.
B – Der Ton bezeichnet die höchste Stufe, die man erreicht, er schafft eine geistige Verfassung. Das Gesetz der Dankbarkeit für alles.

Der Grundton ist der Ton, mit dem das Leben des Menschen beginnt!

ATMEN

 

WARUM WURDEN„SONNENSTRAHLENGEGEBEN?

Maria Todorova erzählt

Aus: Izgreva …, Band 1., Sofia, 1993, S. 208. ISBN 954-799-183-3

Nach einer Weile übermittelte der Meister auch „Sonnenstrahlen“. Das ist eine kompliziertere Komposition. Die Paare sind in 12 Strahlen angeordnet, die auf das Zentrum gerichtet sind. Sie verkörpern die Weltliebe, die aus dem Zentrum des Weltalls kommt und an die Peripherie geht. Diese zwölf Strahlen sind von einem Kreis aus Paaren umgeben.

Es kommt eine Zeit, in der der Mensch, der auf die Erde gekommen ist, erwachen muss, sein Bewusstsein muss sich öffnen, damit diese Weltliebe als Licht in ihn eindringen kann. Das ist das Erwachen des menschlichen Bewusstseins.

Die nächste Stufe ist, sich von unten nach oben zu bewegen, d.h. von der Peripherie des Weltalls zu seinem Zentrum, mit der sogenannten Kosmischen Liebe. Das beginnt mit dem Lied „Du hast mich, Mutter, einen schönen Menschen geboren.“ Von hier aus beginnen der Aufstieg des Menschen und das Erwachen seines Bewusstseins, das Eindringen in das Überbewusstsein durch das Licht darin. Von diesem Moment an kommt ein Mensch aus dem geschlossenen Kreis seines persönlichen Lebens heraus, und der Bulgare aus dem geschlossenen Kreis seines Volksliedes.

Der Meister hatte gesagt: „Vierzig Jahre lang habe ich daran gearbeitet, das bulgarische Volkslied aus dem geschlossenen Kreis herauszuholen.“

Von hier aus beginnt der aufsteigende Weg des bulgarischen Bewusstseins zum Überbewusstsein, das das Wort vom Meister erreichen muss. Nur jener Bulgare, der diesen geschlossenen Kreis durchbrochen und ihn in sich geöffnet hat, kann den aufsteigenden Weg des inneren Lichts seines Bewusstseins gehen. Dieser innere Weg des Lichtes in seinem Bewusstsein wird ihn durch das Licht in die geistige Welt führen. Dort wird er das Wort vom Meister finden.

Sie können die Vorträge vom Meister lesen, und Sie erlangen trotzdem nicht Sein Wort. Denn zuerst wird Licht in Ihrem Bewusstsein benötigt, und dann muss das Licht des Wortes vom Meister in Ihr Bewusstsein kommen, damit Sie mit Ihm in Berührung kommen. Einen anderen Weg gibt es nicht! Da beginnen der offene Weg und die Befreiung aus dem geschlossenen Kreis des bulgarischen Bewusstseins für die Schule des Meisters. Die Schule des Meisters ist das Licht von Seinem Wort.

SONNENSTRAHLEN

 

WENN WIR PANEURHYTHMIE NICHT GETANZT HÄTTEN

Boris Nikolov erzählt

Aus: Izgreva …, Band 1, Sofia, 1993, S. 400. ISBN 954-799-183-3

Die Paneurhythmie ist der Tanz der Sonne und der Sonnenstrahlen, einfach und vollkommen. Der Meister sagte einmal im Dorf Martschaevo: „Wenn es die Paneurhythmie nicht gegeben hätte, wäre es sehr schlecht für die Welt und für die Bulgaren gewesen. Hätten wir nicht Paneurhythmie getanzt, wäre die Lage der Bulgaren noch viel schlimmer gewesen als jetzt. Wir sind mit dem bulgarischen Volk verbunden, wir sind mit der Menschheit verbunden.“ Ein anderes Mal fügte der Meister hinzu: „Was wir tun, wirkt sich das auf das Ganze aus.“

Ein Gespräch in Martschaevo beendete der Meister mit den Worten: „Es muss eine spezielle Schule geben, um die Bewegungen der Paneurhythmie zu erlernen. Eines Tages wird es in der Bruderschaft eine Tanzschule geben, in der die Kunst der Bewegungen und der Musik studiert wird.“

Das ist eine Idee des Meisters für die zukünftige Beschäftigung der Schüler mit Seinem „Wort“, den Liedern und der Paneurhythmie.

Mit den Liedern und der Musik der Paneurhythmie, durch die Sonnenstrahlen, die sie bringen, mit denen sie ankommen, tanzen wir die Paneurhythmie auf der Erde als einen Tanz der Sonne. Wir singen die Lieder der Paneurhythmie als Lieder der Sonne. Durch die Lieder und Tänze der Paneurhythmie steigen wir von der Sonne herab und schaffen die Schule der Weißen Bruderschaft auf der Erde. Das ist die Paneurhythmie für uns.

Die Paneurhythmie ist eine mächtige Waffe zum Aufbau!

Die Paneurhythmie ist zugleich eine mächtige Waffe der Zerstörung!

Seid vorsichtig, wohin ihr die mächtige Kraft der Paneurhythmie lenkt!

DU HAST MICH, MUTTER, EINEN SCHÖNEN MENSCHEN GEBOREN

 

DER MEISTER ÜBER DIE PANEURHYTHMIE

 

Aus: Izgreva …, Band 23, Sofia, 2006, S. 836–837. ISBN 954-9915-14-Х

Die Paneurhythmie ist eine große Macht! Gott hat Seinen Großen Geist auf die Erde gesandt, und ihr seid zu Seinem Dienst als Bogenschützen und Leibwächter berufen. Ihr habt in die Hand die Waffe bekommen, mit der ihr die Erfüllung des Großen Gesetzes streng bewachen müsst, das heißt, ihr müsst den Frieden und die Harmonie in den Seelen der Menschen bewahren. Und dass ihr die Waffe, die euch gegeben wurde, nicht gegen den Großen richtet, indem ihr Zwietracht und Uneinigkeit unter euch säet!

Seid vorsichtig, die Waffe ist euch gegeben! Es hängt von euch ab, wohin ihr sie richtet – gegen die niederen Seelen (Erscheinungen) oder gegen jene höhere gewaltige Göttliche Macht, die euch nur mit ihrem Gedanken vom Angesicht der Erde auslöschen kann!

Eine große Waffe ist die Paneurhythmie, die ich euch gegeben habe. Es hängt von euch ab, wohin ihr sie richten wollt, und davon hängen Harmonie und Frieden ab, nicht nur zwischen euch, sondern auch in der Welt.

Wenn ihr die Bewegungen der Paneurhythmie richtig ausführt, werden die positiven Kräfte der Natur durch euch fließen, und Gottes Liebe wird euch im unendlichen Kreis des Weltalls miteinander verbinden. Wenn ihr jedoch Fehler in den paneurhythmischen Bewegungen macht, richtet ihr eure Waffe auf den Großen, auf Gott und behindert eure eigene Entwicklung! Und dann sagt ihr, dass diese oder jene Person an eurer Situation in der Welt schuld sei. Niemand ist schuld, nur ihr selbst, denn die falsche Ausführung der paneurythmischen Bewegungen löst eine negative Bewegung der Kräfte in der Natur aus, und gerade diese Kräfte führen zum Chaos in der Welt. Das ist aber eure Schuld.

Seid wachsam, denn das Böse lauert auf euch, um euch zu überraschen und einen unerwarteten Schlag zu versetzen, der euch beweisen wird, dass ihr als Schüler der Weißen Bruderschaft eure Lektion nicht gelernt habt. Ein guter Schüler sollte keine Fehler machen weder zulassen, dass andere sie machen.

Das Böse ist ein großartiger Professor, vor den sich jeder Schüler der Weißen Bruderschaft stellt und das Gelernte vorträgt. Der Professor ist unerbittlich, wenn der Schüler seine Lektion nicht gelernt hat, dann wird dieser Schüler mit seinem Zauberstab gebrandmarkt.

Die richtige Ausführung der Bewegungen der Paneurhythmie ist das richtige Halten der Schusswaffe. Ob ihr die Waffe gegen das Niedere richtet, damit das Höhere und das Gute triumphieren, hängt von euch ab!!!

Die Paneurhythmie ist eine große Kraft, die der Welt einen neuen Aufschwung geben wird. Die Großen Seelen, die die Welt lenken, werden euch beim Singen und Tanzen hören. Es ist die Paneurhythmie, mit der ihr ihnen den Schlüssel zu Meiner Lehre reicht, die den Menschenseelen Frieden bringt. Diesen Schlüssel müssen die Großen Seelen von euch erhalten!

Und das Pentagramm ist das Kennzeichen vom Weg des Schülers.

PENTAGRAMM

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