Съдържание
Inhalt
1. Der Weg des Schülers – 3
(Пътят на ученика)
2. Der Geist des Herrn – 43
(Духът на Господа)
3. Brüderliche Eintracht – 71
(Братя в единомислие)
4. Es wird eine Freude werden – 107
(Ще се превърне в радост)
5. Liebe zum Wissen – 151
(Обич към знанието)
6. Erwachen vom Bewusstsein des Schülers – 171
(Пробуждане съзнанието на ученика)
7. Eine Stimme kam – 197
(Дойде глас)
8. Ich habe öffentlich geredet – 231
(Явно говорих)
9. Die Heilige Stunde 265
(Свещеният час)
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Brüderliche Eintracht
Ich lese euch einige Auszüge aus der Bibel als Beispiele menschlichen Denkens vor. Ich nehme Psalm 133. Jeder, der diesen Psalm liest und wörtlich nimmt, wird in Irrtum verfallen und im Leben in große Schwierigkeiten geraten. Zum Beispiel sagt Vers 2 dieses Psalms: „Es ist wie das feine Salböl auf dem Haupte Aarons, das herabfließt in seinen Bart.“ Jeder von den Männern hat einen Bart, aber „Bart“ bedeutet nicht nur Haare, wie manche Leute denken. Auf dem Bart wachsen zwar Haare, aber die Haare bilden nicht den Bart. Der Unterkiefer, der der Hebel des menschlichen Willens ist, bildet eigentlich das Kinn, das manche Menschen als Bart annehmen. Der Hebel, den der menschliche Wille benutzt, ist das Kinn. Und dann versteht ihr, dass es sich um ein Salböl handelt, das genau auf diesem Hebel des menschlichen Willens herabfließt. Wenn ihr versteht, dass das Salböl in die Haare des männlichen Bartes herabfließt, wisst ihr, dass mandamit nicht gesegnet werden kann.
„Siehe, wie fein und lieblich ist‘s, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen!“ Vor wem ist es fein und lieblich, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen, vor uns oder vor Gott? Natürlich vor Gott. Wie fein und lieblich ist es, wenn Menschen vor Gott einträchtig beieinander wohnen! Ihr sagt: „Wir leben in Eintracht.“ Nein, heute ist es weder möglich, einträchtig miteinander zu leben, noch leben Menschen einträchtig. Warum? Aus dem einfachen Grund, dass alle Menschen unterschiedliche Interessen haben. Daher könnt ihr niemals und auf keine Weise die Interessen der Menschen in Einklang bringen. Seit Tausenden von Jahren versuchen die Menschen, ihre Interessen in Einklang zu bringen, aber dies hat sich als unmöglich erwiesen. Ein solches Gesetz gibt es nicht. Warum? – Die Interessen der Teile können nicht miteinander in Einklang gebracht werden. Sie können nur im Ganzen in Einklang gebracht werden. Nur im Ganzen können die Interessen der Teile in Einklang gebracht werden, und das ist ein großartiges Gesetz. Daher muss jeder, der sich mit den Teilen befasst, zunächst das Gesetz des Ganzen verstehen, weil jeder Teil einen bestimmten Platz im Ganzen hat; und er ist ein Teil, solange er seinen Platz behält. Wenn er diesen Platz verliert, ist er kein Teil mehr. Wir bemerken dasselbe im Leben.
Und so, bis der Mensch seinen bestimmten Platz im Ganzenhat, nämlich in Gott, lebt er. Wenn er diesen Platz verliert, stirbt er. Insofern ist der Tod nichts anderes, als dass der Teil seinen Platz im Ganzen verloren hat. Ich verstehe das Wort „Tod“ nicht als das Sterben des Körpers, sondern ich betrachte es als einen Zustand, in dem der Geist verdreht ist und der Mensch zu denken aufhört; das Herz ist verdreht und der Mensch hört auf zu fühlen; der Sinn des Lebens geht verloren und alles beginnt, vor dem Menschen zu verblassen. Den Sinn des Lebens zu verlieren ist der schrecklichste Tod! ….
Es wird eine Freude werden
Ich werde euch zwei Beispiele vorlesen – eines aus dem Alten Testament und eines aus dem Neuen Testament – und ic werde eine Parallele zwischen ihnen ziehen. Ich werde euch Kapitel 42 vom Buch des Propheten Jesaja, Verse 1–16, und einen Teil von Kapitel 16 des Johannesevangeliums, Vers 21, vorlesen. Wenn man genau bestimmen will, worin sich vernünftiges Leben ausdrückt, können viele Definitionen gegeben werden.
Jeder von euch kann sich eine Erklärung geben, aber nur eine davon kann vollständig verstanden werden. Mit dem Wort „Vernünftigkeit“ meinen wir die Weise, auf die der Mensch in allen Dingen der Natur eine beständige, untrennbare Beziehung sieht. Wir nennen einen solchen Menschen „vernünftig“, weil er eine Göttliche Beziehung sowohl im Bösen als auch im Guten sieht. Ich spreche nicht über das Böse, das außerhalb von uns existiert, sondern über den Ausdruck dieses Bösen innerhalb des Menschen. Wir, die modernen Menschen, kennen die äußere, die Göttliche Welt nicht richtig, sondern wir haben eine subjektive Vorstellung von dieser Welt. Wir kennen sie, soweit wir damit in Kontakt stehen, soweit wir fühlen, sehen, hören und denken.
Wenn wir also über die Sonne, über die Sterne sprechen, verstehen wir sie insofern, als wir eine gewisse Beziehung, gewisse Verhältnisse mit ihnen haben. Jeder von euch muss sich bemühen, in diesen Zustand zu gelangen, diese Beziehungen, diese Verhältnisse zu fühlen und zu verstehen.
Wenn ich in meinen Vorträgen spreche, stelle ich euch Gesetze, Regeln vor, nach denen ihr leben sollt; ich erzähle euch vom Menschen, welche die primären menschlichen Ideale waren und wie Menschen in Zukunft sein sollten. Es gibt einen Punkt, der die Beziehungen der Menschen bestimmt. Du bist beispielsweise ein Arbeiter und hast die Arbeit für einen Herrn angenommen. Ich frage: Was ist der glücklichste Moment in dieser Arbeit? Es gibt zwei Möglichkeiten. Der glücklichste Moment für dich kann sein, wenn du dich entweder mit einem Herrn vereinbarst und auf seinen Weinberg arbeiten gehst, oder wenn du vom Weinberg zurückkehrst und zu diesem Herrn gehst. Hier muss sich der vernünftige Mann Gedanken machen. Wenn du deinen Herrn nicht liebst, entfernst du dich von ihm mit Freude.
Und du meinst: „Gott sei Dank, ich kann mich von dieser Person entfernen, mich etwas ausruhen!“ Das ist ein besonderer psychologischer Zustand. Ein Sohn und eine Tochter, die ihre Eltern nicht lieb haben, sagen, wenn sie heiraten: „Es ist gut, dass wir sie losgeworden sind.“ Wenn ihr sagt, dass ihr jemanden nicht lieb habt, ist das ein natürlicher Zustand, der in allen Menschen entsteht. Er ist weder eine Sünde noch ein Verbrechen. Dieser Zustand ist auf ein ungeformtes, unorganisiertes Leben zurückzuführen, in dem sich das Bewusstsein des Menschen nicht ausdrückt.
Das ist auf eine nicht strukturierte Welt zurückzuführen, die sich um euch herum befindet. Wenn du jedoch deinen Herrn lieb hast, dann ist der Moment deiner Rückkehr zum Herrn nach der Arbeit auf dem Weinberg der glücklichste Moment für dich.
Wenn dich also jemand fragt, was das Beste im Leben ist, sich von jemandem zu entfernen oder sich jemandem nähern, wirst du sagen: „Es kommt darauf an, ob wir diese Person lieb haben oder nicht.“ Das sind Tatsachen im Leben, das sind Beziehungen, keine Grundsätze und Gesetze. Beides wird benötigt, d.h. du musst dich sowohl entfernen als auch sich nähern. Wenn du eine Person nicht lieb hast, musst du dich von
ihr entfernen, du musst zur Arbeit gehen. Wenn du eine Person lieb hast, musst du von der Arbeit zurückkehren und dich dieser Person nähern. Wenn du eine Person nicht liebst, hast du deine Arbeit begonnen; wenn du eine Person lieb hast, hast du deine Arbeit abgeschlossen. Du sagst: „Herr, ich mag diesen Menschen nicht!“ Der Herr sagt dir: „Geh auf den Weinberg!“ – „Herr, ich mag diesen Menschen sehr!“ – „Komm von der Arbeit nach Hause zurück und ruhe dich aus!“ Wenn du also jemanden nicht lieb hast, arbeitest du auf Gottes Ackerfeld. Wenn du jemanden lieb hast, erholst du dich zu Hause. So denke ich. Das sind Schlussfolgerungen aus dem Leben.