
PANEURHYTHMIE IM HIMMEL UNTER DEM GIPFEL MUSSALA
Konzert-Rezitation 30.09.2006
Inhalt
- Galerie
- 1 Teil
- MIT DER DAMPFLOKOMOTIVE-SAMOWAR IN DIE BERGE
- BESTEIGUNGDESMUSSALA–GIPFELS MIT ANGEZÜNDETEN LATERNEN
- DAS LICHT,DAS DEN PFAD ZUM MUSSALA-GIPFEL ZEIGTE
- PANEURHYTHMIE IN DER UNSICHTBAREN WELT.
PANEURHYTHMIE IM HIMMEL ÜBER MUSSALA-GIPFEL - WIE WIRD DER TANZ VOM HIMMEL FÜR DIE ERDE HERUNTERGEHOLT WERDEN
- DIE BESSERE PANEUTHYTHMIE
- WOZU WIRD DIE PANEUTHYTHMIE VOM IZGREVA DIENEN?
- Tail 2
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Erinnerungen aus „Izgreva“ (Der Sonnenaufgang),
Musik von Meister Danov – Beinsa Duno
Arrangеment: Anna Karalascheva
Darbietung:
Maria Ivanova- Soprano
Anna Karalascheva – Klavier
Moderator: Petar Vangelov
Im Saal der Gemeinde „Izgrev“ Tschechov Str. 16 A
Teil 1.
PANEURHYTHMIE IM HIMMEL ÜBER MUSSALA-GIPFEL
Teil 1.
PANEURHYTHMIE IM HIMMEL ÜBER MUSSALA-GIPFEL
Teil 2:
DIE ZEIT, IN DER DIE PANEURHYTHMIE ENTSTAND
Teil 2:
DIE ZEIT, IN DER DIE PANEURHYTHMIE ENTSTAND
Galerie
1 Teil
MIT DER DAMPFLOKOMOTIVE-SAMOWAR IN DIE BERGE
Maria Todorova erzählt
Aus: Izgreva…, Band. 5., Sofia, 1996, S. 419–420. ISBN 954-90041-5-5
In den ersten Jahren machten wir Ausflüge zum Mussala-Gipfel. Die Gruppe sammelte sich in Sofia, wir mieteten LKWs, die uns nach Chamkoria, jetzt Borovetz genannt, fuhren.
1922 unternahmen wir, eine große Gruppe, einen Ausflug zum Mussala-Gipfel, wobei unser Weg durch den Ferienort Chamkoria führte. Unsere Gruppe war bunt, da sie aus unterschiedlichen Menschen bestand. Junge und alte Menschen bewegten sich in einer Kolonne fort. Damals war der Massentourismus nicht bekannt, und für die Urlauber in Chamkoria, im Gebirge, war das ein echtes Spektakel. Wir gingen an ihren Ferienhäusern vorbei, sie traten in Morgenmänteln an die Haustüren und fragten: „Wer sind denn diese Bettler und Wilde?“ Sie haben uns nicht nur ausgelacht, sondern auch uns verspottet, für sie war das eine unbekannte Erscheinung,
etwas Sonderbares. Etwas Komisches. Darüber hinaus hatten die Brüder Samoware gebastelt, die auf den Rücken wie Rucksäcke getragen wurden…
Und das Wasser im Samowar kocht, Dampf steigt auf und von oben hört man einen Laut „Piuuuu!“ Der Laut kommt vom Dampf, der aus dem engen Hals des Samowars aufsteigt und somit ähnelt der Samowar einer Lokomotive, die sich auf zwei Beinen fortbewegt. Wenn der Laut ertönt, hält der Bruder, der den Samowar trägt und fragt laut: „Möchte jemand warmes Wasser?“ Einer tritt heran, reicht den Becher, und der Bruder wendet ihm den Rücken zu, damit der Mann den Hahn aufdreht, und heißes Wasser fließt. Und die Samoware wurden mit Kohlen befeuert. Für die Reichen in Chamkoria war das alles so seltsam: wie zieht denn die Lokomotive diese Leute, wenn sie nicht aneinander gebunden sind? So komisch!
Die Gruppe bewegt sich in einer Kolonne fort, und jede 20-30 Meter pfeifen die Samoware und Dampf steigt auf. Sie sahen uns an und hielten uns für verrückt, hoben Hände hoch, drehten sie mal links, mal rechts und riefen uns zu, wir wären etwas verrückt.
Das war in Chamkoria. Und für die Sofioter war es noch amüsanter. Sie lachen bis zu Tode. Manche fassten jedoch Mut und traten näher, um diese Bastelei und Erfindung zu sehen.
Sie sahen sich den Samowar an, schnalzten mit der Zunge und sagten entschieden: „Das ist klug gemacht, praktisch, aber sehr lustig, denn so etwas gibt es nirgends auf der Welt, das man auf dem Rücken trägt und sich damit in die Berge begibt.“ Deswegen haben die Leute über uns gelacht.
Jahre vergingen, die Leute gewöhnten sich daran, uns mit Samowaren auf den Rücken zu sehen. Später fragten sie: „Wo sind denn eure Dampflokomotiven?“
Ich hab es erlebt, wie eine Mutter ihrem Kind erklärte: „Siehst du jenen Mann, der auf seinem Rücken etwas trägt, von dem Dampf aufsteigt und das pfeift? Dieser Mann ist die Dampflokomotive des Zuges. Er geht und die anderen gehen ihm nach. Die anderen sind die Wagen.“
Und das Kind fragt: „Mama, wie zieht die Lokomotive diese Menschen, wenn sie nicht aneinander gebunden sind?“ Und die Mutter weiß nicht, wie darauf zu antworten. Ich drehte mich um und sagte: „Kleines Mädchen, wir sind mit unsichtbaren Seilen gebunden, unsichtbar, da sie magisch sind.“
Die Antwort stellte das Kind zufrieden, und die Mutter blickte entsetzt auf mich. Später wurde unser Gepäck im Zentrum von Chamkoria ausgeladen, und nach einer kurzen Pause begaben wir uns zum Mussala-Gipfel.
Die Fotos mit den LKWs, die die Gruppen von Chamkoria nach Sofia fuhren, sind vom Jahr 1927 und sind hier zu sehen.
„SCHRITT FÜR SCHRITT“
BESTEIGUNGDESMUSSALA–GIPFELS MIT ANGEZÜNDETEN LATERNEN
Maria Todorova erzählt
Aus: Izgreva…, Band1. , Sofia, 1993, S. 204. ISBN 954-799-183-3
In den ersten Jahren machten wir Ausflüge zum Mussala-Gipfel. Die Gruppe versammelte sich in Sofia, wir mieteten Lastwagen, die uns nach Chamkoria, jetzt Borovetz, fuhren. Wir nahmen unser Gepäck ab und gingen von dort zur Mussala-Hütte. Wir machten einige Pausen. Mitten auf dem Weg war ein großer Felsen – dort machten wir mit dem Meister unbedingt eine Rast. Manchmal wurde unser Gepäck auf Pferde verladen, die wir mit den Reitern aus Samokov mieteten. Oben, bei Mussala, erwartete uns die alte Holzhütte. Normalerweise quartierten sich der Meister und unbedingt die Schwestern drinnen ein. Die Brüder zündeten Feuer in Feuerstätten an und standen und schliefen um sie herum. Wir hatten damals keine Zelte, aber wir trugen Militärplanen, die aus den Kriegszeiten übrig geblieben waren. Wir verbrachten bis spät in die Nacht mit Liedern und Tee am Feuer. Dann gingen wir schlafen. In der Nacht mussten wir um drei Uhr aufstehen und zum Mussala-Gipfel aufbrechen. Auf ein Handzeichen standen wir auf, zogen uns an, mehrere Laternen wurden angezündet und die Kolonne ging schweigend los. Ein Bruder führte die Kolonne mit einer leuchtenden Laterne, und ein anderer Bruder trug eine Laterne auch am Ende der Kolonne. So stiegen wir in der dunklen Nacht langsam den Pfad hinauf und die Kolonne erreichte Mussala-Gipfel. Es war noch dunkel. Wir beteten gemeinsam. Allmählich hellte sich der Himmel im Osten auf. Es war ein außergewöhnliches Erlebnis. Man rechnete mit gutem Wetter und klarem Himmel. Das war auf Mussala-Gipfel selten der Fall, und wenn es geschah, war es ein Wunder. Wir erwarteten den Sonnenaufgang. Der erste Strahl erschien vom Ende des Weltalls und der Welt. Wir sangen Lieder vom Meister. Dann sagte der Meister ein paar Worte. Wir warteten darauf, dass die Sonnenscheibe eine Handbreit über dem Horizont aufstieg. Der Wind blies und wir gingen in den Windschatten. Wir tranken heißen Tee, den wir in unseren Thermosflaschen trugen. Einige gingen zum Observatorium auf Mussala. Um zehn Uhr gingen wir hinunter zum ersten See namens „Okoto“ (Das Auge). Wir machten eine Pause, frühstückten und kehrten am Nachmittag zu Mussala-Hütte zurück. Dort wartete ein Bruder auf uns. Sein Name war Metodi Schivatschev. Er wurde vom Meister ernannt, um das Gepäck zu behüten und das Feuer brennen zu lassen. Er näherte sich dem Meister und sagte zu ihm: IIch habe das Gepäck behütet, Meister, und das Feuer in der Nacht brennen lassen.“ Der Meister nickte und lächelte ihn an: „Wir hatten eine sehr gute Zeit. Und jetzt ruhe dich von deinem Posten aus, denn morgen früh wirst du alleine hinauf gehen. Deshalb bist du gekommen – um Mussala zu besteigen und dort auf den Sonnenaufgang zu warten.“ Der Bruder zuckt mit den Schultern und sagt: „Nun, wenn ich den Gipfel besteigen soll, tue ich es, aber wann soll ich losgehen?“
„Um drei Uhr, die Stunde, in der wir losgingen, damit du bei Sonnenaufgang allein dort oben bist“. – Und der Meister betont das Wort „allein“. Und Bruder Metodi hatte erwartet, bei Tagesanbruch aufzubrechen.
„MUSSALA“
DAS LICHT,DAS DEN PFAD ZUM MUSSALA-GIPFEL ZEIGTE
Maria Todorova erzählt
Aus „Izgreva…“, Band 1, Sofia, 1993, S. 205 ISBN 954-799-183-3
Und der Meister betont das Wort „allein“. Und Bruder Metodi hatte erwartet, bei Tagesanbruch aufzubrechen. Er plante auch, Freunde als Gesellschaft mitzunehmen. Aber die Aufgabe muss erfüllt werden. In der Nacht wurde er allein gelassen, um das Gepäck zu behüten, und jetzt musste er allein Mussala besteigen. So ist es ihm ergangen – allein den Gipfel zu besteigen.
Nachts fühlt er, wie ihn jemand weckt. Er schaut sich um – es ist niemand da. Er schaut auf seine Uhr – es ist schon halb drei. Er kleidet sich im Dunkeln. Er braucht sich nicht anzuziehen – er hat so geschlafen, mit seinen Kleidern an. Er beschließt, eine Laterne mitzunehmen, weiß aber nicht, wo man sie hingestellt hat. Alle schlafen, und dabei ist es so finster, dass man nichts sehen kann, Er beschließt, ohne Laterne loszugehen, da ist ein Weg, nur bergauf – und schon ist man dort oben. Also beschließt er und weiß immer noch nicht, warum er sich so entscheidet, und geht los. Allmählich gewöhnt er sich an die Dunkelheit. Er findet den Weg. Und als er den Weg betritt, erscheint plötzlich ein Lichtstrahl. Ja, ein Lichtstrahl, als würde jemand vor und über ihm gehen und mit dem Licht einer Taschenlampe seinen Weg ein oder zwei Meter vor ihm erhellen. Er schaut zurück, schaut sich um – da ist niemand. Und es ist niemand vor ihm. Er blickt über den Kopf – er sieht nichts, es ist niemand da. Aber das Licht kommt aus zwei Metern über dem Boden und einer Handbreit über seinem Kopf und ist schräg wie ein Strahl nach unten gerichtet, ein oder zwei Meter vor ihm und erhellt seinen Weg. Er überwindet Angst und Überraschung. Da er andere Erfahrungen mit dem Meister der außergewöhnlichsten Art gemacht hat, die an für den menschlichen Verstand unverständliche Wunder grenzen, versteht er, dass dies das Werk des Meisters ist. Er bedankte sich in seinen Gedanken und ging immer selbstbewusster und ohne zu zögern. Wo es nötig ist, bleibt das Licht stehen, was bedeutet, dass er sich ausruhen muss. Wenn das Licht losgeht, geht er auch los. Er erlebt gedanklich jene Ereignisse aus der Bibel, als der Geist des Herrn in Form eines Feuerballs in der Nacht und einer Feuersäule am Tag die Juden durch die Wüste führte. Dasselbe erlebt er jetzt auch. In Überlegung zu dieser historischen biblischen Jahre und der Feuersäule, die die Juden führte, ist er bereits am Fuße von Mussala. In zwei, drei Stunden ist er oben auf Mussala-Gipfel. Der Lichtstrahl leitet ihn und hält an einer bestimmten Stelle. Metodi steht an der ihm bestimmten Stelle. Das Licht, das ihn führte, erlischt plötzlich. Stille.
„EIN SCHÖNER TAG“
PANEURHYTHMIE IN DER UNSICHTBAREN WELT.
PANEURHYTHMIE IM HIMMEL ÜBER MUSSALA-GIPFEL
Maria Todorova erzählt
Aus „Izgreva“, Band 1., Sofia, 1993, S. 205 ISBN 954-799-183-3
Metodi ist auf Mussala-Gipfel. Es ist niemand in seiner Nähe! Er ist allein! Er schaut sich um und sieht nichts! Das Licht, das ihn wegführte, ist erloschen. Kosmische Stille ist eingetreten. Und Dunkelheit. Plötzlich hört er Gesänge und Musik über seinem Kopf. Dabei singt und spielt er so gern, schon in seiner Jugend hat er in einem Kirchenchor mitgewirkt und weiß ganz genau, was Singen und Chorgesang heißen. Aber er hört auch Musik. Metodi hebt seinen Kopf 60° zum Himmel, um zu verfolgen, woher dieser Gesang und diese Musik kommen. Er hebt den Kopf, und was sieht er! Oben, in den Höhen des Himmels, sticht ein Licht in der Form einer großen Ellipse hervor. Er starrt auf die Lichtellipse. Er schaut sie sich an und sieht Wesen in Lichtern, die paarweise im Kreis, in weißen Gewändern und menschlichen Figuren tanzen. Sie tanzen, machen irgendwelche Bewegungen mit Armen und Beinen und bewegen sich im Kreis, in Begleitung von ungewöhnlicher Musik und Gesang. Und über ihnen und um sie herum – überirdisches Licht. Gesang und Musik sind zu hören. Musik begleitet die gesamte Bewegung der im Kreis spielenden Lichter. Die Tänzer tanzen im Kreis. Die Figuren der Paare strahlen weißes Licht aus, das mit nichts zu vergleichen ist. Es ist lebendig, es flackert und bewegt sich im Kreis. Alles bewegt sich im Kreis – die Ellipse, das Licht darin, die Figuren in den Lichtern und die Gesänge und Musik begleiten sie. Metodi Schivatschev ist hingerissen und überwältigt und schaut einfach nur zu. Minuten vergehen, fast eine Stunde. Auf einmal leuchtet der Lichtkreis an einem Punkt stärker. Der Tanz ist zu Ende, die hellen Wesen versammeln sich, begrüßen sich, versammeln sich in der Mitte und bewegen sich dann wie ein Feuerball in den Weltraum fort. Das Licht über seinem Kopf verschwindet. Dunkelheit tritt wieder ein. Die Klänge der Lieder und Musik klingen immer noch in seinen Ohren. Nach einer Weile dämmert es. Metodi beobachtet den majestätischen Sonnenaufgang. Der erste Sonnenstrahl erscheint. Musik und Gesang klingen noch immer in seinen Ohren. Es ist, als ob jene Lieder und Musik von vorhin vom Himmel und dem hellen Kreis der Ellipse in die Strahlen der Sonne übergegangen wären. Er fühlt, wie auch die Strahlen der aufgehenden Sonnenscheibe ihren Tanz tanzen. Und er sieht, wie jeder Sonnenstrahl, der aus dem Raum zu ihm kommt, kein Strahl ist, sondern ein helles Wesen, das sich in seinem Tanz mit Bewegungen, Musik und Gesang nähert. Das sieht und hört Metodi weiterhin und betrachtet, bis sich die ganze Sonnenscheibe zeigt. Dann hören die Strahlen auf zu tanzen und zu singen, die Musik wird immer leiser und schwindet im Weltraum.
„ИЗГРЯВА СЛЪНЦЕТО”
WIE WIRD DER TANZ VOM HIMMEL FÜR DIE ERDE HERUNTERGEHOLT WERDEN
Maria Todorova erzählt
Aus: Izgreva…, Band 1., Sofia, 1993, S. 206. ISBN 954-799-183-3
Metodi hat die Sonne von Mussala mehrmals beobachtet, aber es ist das erste Mal, dass ihm so etwas geschieht. Er weiß, dass diese Erfahrung nicht nur eine Erfahrung ist, sondern eine echte Einweihung für Zeiten und Ereignisse, die kommen und sich verwirklichen müssen. Er weiß, dass diese Vision in der Form einer Ellipse keine Vision ist, sondern eine wahre Realität. Auch für ihn ist der Aufgang der Sonne keine Vision, sondern eine wahre Realität. Und er weiß, dass er alles, was er gesehen und gehört hat, miterleben muss, um später zu bezeugen. Er weiß, dass der Meister dies speziell für ihn vorbereitet hat. Aber warum für ihn? Unter den Brüdern und Schwestern gibt es viele, die würdiger sind als er.
Metodi Schivatschev hält sich für eine Weile vor der Sonne auf. Dann geht er zum Observatorium, betritt es, niemand ist da. Er betritt den kleinen Raum. Auf einem kleinen Tisch steht ein Wasserkessel, aus dem Dampf aufsteigt, ein Becher, Käse, Butter und Brot. Er sieht sich um. Da ist niemand. Wahrscheinlich schläft die Wache noch. Er versteht, dass dieses Frühstück für ihn ist – nach allem, was bisher geschehen ist. Er trinkt Tee, wärmt seinen Körper, isst von allem etwas und geht. Langsam steigt er bergab und erreicht mittags das Lager bei der Hütte. Wir waren gerade von einem anderen Ausflug durch die Gegend mit dem Meister zurückgekehrt.
Metodi Schivatschev tritt an den Meister und küsst Seine Hand. Metodi ist still und verlegen. Aber gleichzeitig fröhlich sowie in sich verschlossen. Der Meister sieht ihn an und fragt: „Nun, Metodi, was hast du oben gesehen?“ Metodi beginnt zu erzählen, und wir hören zu. Er erzählt alles im Detail. Als er seinen Bericht über den leuchtenden Tanz von jenem Kreis am Himmel über Mussala beendet hatte, wo die Engel des Himmels sangen und tanzten, erhob sich der Meister, hob seine rechte Hand zum Gruß und sagte höchst feierlich: „Alles, was du oben im Himmel von Mussala gesehen hast, werden wir unten, hier auf Erden herunterbringen.“ Wir werden es herunterbringen, damit es „sowohl oben im Himmel als auch unten auf Erden“ ist. Das Himmelreich zu errichten, das im Himmel ist, im Himmelreich unten, auf Erden, unter den Menschensöhnen. Das haben wir uns gemerkt. Jemand hat es aufgeschrieben. Metodi Schivatschev hat es sich am besten gemerkt.
„BEKANNTSCHAFT”
DIE BESSERE PANEUTHYTHMIE
Maria Todorova erzählt
Aus: Izgreva…, Band 1., Sofia, 1993, S. 208. ISBN 954-799-183-3
Als die Paneurhythmie übermittelt wurde, kam auch Metodi Schivatschev aus Nova Zagora, wo er Lehrer war. Er trat an den Meister, küsste ihm die Hand. Der Meister hatte ihm gesagt, zu Ihm zu kommen, wenn man beginnt, die Paneurhythmie zu tanzen. Er kam zum Meister und der Meister lud ihn ein, sich auf die Bank neben dem Baumstumpf mit dem Leuchter zu setzen, wo er selbst gerne saß. Metodi schaut zu. Schließlich, nachdem die Paneurhythmie zu Ende war, kamen der Meister und ich auf ihn zu. Der Meister wendet sich an ihn und fragt ihn: „Nun, Metodi, was meinst du? Ist das nun auf der Wiese dieselbe Paneurhythmie, die du oben, auf Mussala, im Himmel gesehen hast?“ Metodi sieht die fröhlichen und glücklichen Freunde mit strahlenden Gesichtern an, er sieht auch den Meister neben ihm an und sagt: „Was ich oben im Himmel von Mussala gesehen habe, und was ich hier auf der Wiese gesehen habe, ist nicht dasselbe. Jenes oben auf Mussala war eine Perfektion von Musik, Bewegung und Harmonie, und hier ist etwas anderes.“
Der Meister sieht ihn an, nun aber ernst: „Ja, die wahre Paneurhythmie wurde noch nicht heruntergeholt. Die wahre Paneurhythmie ist oben, in der unsichtbaren Welt. Sie kann in jener Reinheit der Formen – Bewegung und Musik – auf Erden nicht heruntergeholt werden. Wenn sie so heruntergeholt wird, wie sie oben, im Himmel ist, und so auf der Erde getanzt wird, wird die Erde zerstört werden. Sie wird im nächsten Zeitalter heruntergeholt. Die Paneurhythmie ist die Harmonie der menschlichen Seele und des menschlichen Geistes, die eine Gemeinschaft mit Gott erlebt haben. Vorerst können die menschliche Seele und der menschliche Geist in voller Harmonie Gemeinschaft mit Gott nur oben erleben, in der unsichtbaren Welt, in der Welt der Weisheit, wo das wahre Licht der Menschen ist.
Was denkt ihr jetzt? Ist die Paneurhythmie des Sonnenaufgangs besser oder die im Himmel auf Mussala?
„WEBEN”
WOZU WIRD DIE PANEUTHYTHMIE VOM IZGREVA DIENEN?
Maria Todorova erzählt
Aus : Izgreva…, Band 1. Sofia, 1993, S. 208–209. ISBN 954-799-183-3
Wir stehen um den Meister herum und versuchen, über Seine Worte nachzudenken, dass die wahre Paneurhythmie oben, in der unsichtbaren Welt ist. „Meister, wie wird diese Paneurhythmie hier sein?“, fragte eine Schwester. „Diese Paneurhythmie hier ist für die bulgarische Seele und den bulgarischen Geist heruntergeholt. Sie muss von oben heruntergeholt werden, um durch die bulgarische Individualität zu gehen, durch die bulgarische Persönlichkeit, durch das bulgarische Volkslied, durch die bulgarischen Volkstanzschritte zu gehen, um Harmonie zwischen Melodie, Rhythmus und Bewegung zu schaffen. Denn die bulgarische Seele und der bulgarische Geist sind bestimmt, diese Melodie, diesen Rhythmus und diese Bewegung zu verbinden und Gemeinschaft mit Gott und dem Großen Meister auf Erden zu erreichen! Damit die anderen Völker an das Wort des Großen Meisters kommen können, müssen sie vom bulgarischen Land ausgehen, von bulgarischem Lesen und Schreiben, um die Paneurhythmie zu durchlaufen. Dann werden sie auf das Wort des Großen Meisters kommen. Es gibt keinen anderen Weg für die Menschheit. Bulgarien ist dafür bestimmt. Dafür ist die bulgarische Paneurhythmie bestimmt. Sie ist der Anfang! Die Menschheit muss an die bulgarische Paneurhythmie kommen und davon ausgehen! Das ist der Ausgangspunkt – es gibt keinen anderen Weg, das menschliche Bewusstsein auf dem Weg der kosmischen Liebe zu erwecken.“
Wir hören zu, sehen uns erstaunt um und schauen uns fragend an: „Sind wir diejenigen, denen diese Paneurhythmie auf Erden für die Neue Menschheit übermittelt wurde?“ Es stellte sich heraus, dass wir das waren – all diejenigen, die um den Meister herum waren. Dieses Privileg hatten wir mit unserem Leben vor dem Rest der Menschheit verdient, der Menschheit von heute und jener, die morgen kommen sollte.
„WIE ZUFRIEDEN WIR SIND”
PAUSE
Tail 2
EINE GEISTIGE ARBEIT
Boris Nikolov erzählt
Aus: Izgreva … Bd. 2. Sofia, 1995, s. 289–290. ISBN 954-90041-1-2
Nach dem turbulenten 1923, gekennzeichnet durch politische Umwälzungen und Morde, kam 1924. Das Land ist unruhig, gespalten. Die Kommunisten glauben dann, es sei der richtige Zeitpunkt für einen erneuten Aufstand, indem sie die Erbitterung der Verwandten der ermordeten Kommunisten und Bauern ausnutzen. 1925 war Alexander Tzankov an der Spitze der Regierung, eine Diktatur wurde im Land eingeführt, die sich vor allem nach dem Angriff auf die Kirche „Sweta Nedelja“ am 16. April 1925, bei dem 101 Menschen getötet wurden, verschärfte. Im Sommer kommen weitere stürmische Ereignisse. Dann beauftragt der Meister Bruder Boev, zu Nacho Petrov zu gehen, Essen für sieben Personen zu besorgen, und darauf müssen alle zum Mussala–Gipfel gehen. Er sagt ihnen: „Wir haben eine wichtige geistige Arbeit zu leisten.“
Bruder Nacho kauft Nahrung, füllt die Rucksäcke, und sie steigen in Lazar Kotevs Auto und fahren nach Chamkoria. Aber als sie zum Auto gehen, sehen sie, dass sieben andere Männer in das zweite Auto einsteigen wollen. Als sie in Chamkoria ankommen, tauchen plötzlich ein Dutzend weitere Menschen auf, die mit anderen Verkehrsmitteln gekommen sind. Bruder Nacho, der nur für sieben Personen Nahrung besorgt hat, muss jetzt dreißig Menschen ernähren. Diejenigen, die später kamen, wollten sehen, welche Art von spiritueller Arbeit der Meister auf Mussala zu leisten hatte. Menschliche Neugier. Und der neugierigste war Natscho Petrov. Er hatte beschlossen, nicht zu schlafen, sondern den Meister nachts zu beobachten, um zu sehen, was er tun würde. Die anderen sind eingeschlafen, und Bruder Natscho hat gedöst, ab und zu ist er aufgewacht und hat er den Meister angestarrt. Und jedes Mal ist der Meister wach gewesen, er hat gesessen und flüsternd gebetet: „Herr, Herr, Herr!“ Am nächsten Tag haben sie Mussala bestiegen. Bei jedem Halt hat der Meister die gleichen Worte geflüstert. Sie haben ein paar Tage dort verbracht und sind dann zurückgekehrt. Natscho konnte es nicht ertragen und hat gefragt:
– Meister, welche geistige Arbeit wollten wir leisten?
Der Lehrer hat ihn angesehen.
– Du hast ja gehört und gesehen!
Nacho denkt: „Ich habe gehört und gesehen, aber ich habe nichts verstanden.“
Der Lehrer hat gesagt:
– Ich habe den Herrn aufgerufen, seinen Dienern zu befehlen, Gottes Willen zu tun!
Als sie nach Sofia zurückkehrten, änderte sich nach kurzer Zeit die politische Situation in Bulgarien, und sie schlug nach einiger Zeit eine völlig andere Richtung ein. Im Herbst 1925 beschlossen die regierenden Kreise, Alexander Tzankov durch eine geeignete und nicht bloßgestellte Figur zu ersetzen. Und das ist Andrei Ljaptschev, der am 3. Januar 1926 bis 1932 die Regierung leitet. Es ist Zeit für die relative Normalisierung der politischen Leidenschaften.
Der Meister ruft den Herrn auf! Und wir, die Menschen auf der Erde, mit sündigen Seelen, mussten darauf warten, dass das Wort Gottes die Zeiten und die Ereignisse in Bulgarien entscheidet.
„OH, DU, LEIDENDE SEELE”
UNGEWÖHNLICHE BEGEGNUGEN AUF MUSSALA
Tzanka Ekimova erzählt
Aus: Izgreva … Bd. 6. Sofia, 1996, s. 285–286. ISBN 954-90041-6-3
Jahrelang gingen wir in großen Gruppen mit dem Meister auf Mussala-Gipfel. Wir fuhren mit Lastwagen nach Chamkoria und von dort zu Fuß über Zarska Bistritza zur Mussala–Hütte. Unser Gepäck wurde auf Pferden hochgebracht. Die meisten von uns hatten kein Geld und trugen Gepäck und Essen auf Rücken. Das erste Lager machten wir am ersten See neben der alten Hütte, die hölzern war. Wir blieben ein oder zwei Tage und stiegen dann auf den Gipfel.
Bei einer solchen Besteigung blieben wir auf der Terrasse am inneren See, der unterhalb des Gipfels Chadar Tepe liegt. Wir haben einen Zaun aus Bergkiefer gebaut, um uns vor dem Wind zu schützen. Wir machten ein großes Feuer (es gab Bergkiefer) und saßen herum, um uns warm zu halten. Die Wasserksel kochten. Der für die Wasserkessel Zuständige bekam je einen Becher gereicht, und wir genossen das heiße Wasser. Zucker hatten wir in den Rucksäcken.
Ich saß in einem Umhang neben dem Meister. Ich hörte seine Stimme:
– Wir steigen morgen auf Mussala.
Wir saßen ums Feuer und sangen. Vor Müdigkeit schliefen fast alle am Feuer ein. Es war spät in der Nacht. Ich war noch wach. Plötzlich stellten sich drei Wesen vor mich, so riesig, dass ich im Vergleich zu ihnen ameisengroß war. Die Wesen trugen bodenlange Umhänge in der Farbe des Nebels und Hüte mit großen Fransen, wie die der mittelalterlichen Zauberer. Sie sahen mich mit einem tiefen Blick an und sagten:
– Morgen werdet ihr nicht hinauf steigen – dichter Nebel wird fallen.
Nachdem sie das sagten und sich davon überzeugten, dass ich mir alles gemerkt hatte, verschwanden sie in ihren ausgebreiteten Umhängen im Raum.
Es war nicht in Träumen, sondern im Wachen. Es war keine Vision, sondern Realität. Ich habe versucht, mir alles einzuprägen und nicht zu glauben, es sei ein Traum. Darauf bin ich eingeschlafen.
Am Morgen, als wir alle aufwachten, war ein undurchsichtiger Nebel draußen, man konnte keinen Schritt machen. Die Brüder liefen um die Feuerstätte hin und her, Feuer musste angezündet werden, und mit Rufen und Pfeifen orientierten sie sich im dichten Nebel, um Holz für das Feuer zu fällen.
An diesem Tag blieben der Meister und ich beim dichten Nebel am Feuer. Dann löste sich der Nebel auf und wir stiegen mit dem Meister bergauf. Dort wandte er sich an mich und lächelte mir zu.
– Nun, die drei Musketiere haben ihre Hüte von dort mitgenommen, wo sie sie am See gelassen hatten.
Mir wurde klar, dass der Meister jene drei Wesen meinte, die ich gesehen hatte – in langen Umhängen und mit großen breitkrempigen Hüten. Hier, auf Mussala, gab es keinen Nebel, es war sonnig und ruhig. Und was für eine herrliche Aussicht! Fabelhafte und überirdische Schönheit! Durch das Wort des Meisters verschmolzen Geist und Sein zu einer Einheit.
„DAS FEUER WURDE ANGEZÜNDET”
DIE WESEN IN ATHÄRLEIBERN AUF MUSSALA-GIPFEL
Tzanka Ekimova erzählt
Aus: Izgreva … Bd. 6. Sofia, 1996, s. 286. ISBN 954-90041-6-3
Ein anderes Mal, nach einer Weile, stiegen wir mit einer kleinen Gruppe von Freunden mit dem Meister wieder auf Mussala. Bevor wir am Morgen auf den Gipfel stiegen, übernachteten wir in der kleinen Holzhütte am zweiten See.
Ich döste in Gedanken ein, und in diesem Moment wurde der Berg lebendig. Aus den großen Steinblöcken entstanden Wesen in Ätherleibern, halbdurchsichtig, in seltsamen, alten Trachten aus verschiedenen Epochen und Kulturen: ägyptisch, persisch, syrisch, altgriechisch usw. Mit feierlichem und goldenem Schmuck aus den jeweiligen Epochen. Dann hörte ich eine sehr deutliche Stimme, die mir sagte: „Das sind die Führer dieser Epochen und Kulturen, die ihre Aufgaben als Führer nicht richtig gelöst haben, und diese Felsblöcke sind ihre Gefängnisse.“
Es war ein überwältigendes Erlebnis, denn kurz bevor wir vom Izgreva zum Mussala-Gipfel aufbrachen, war ich beim Meister (denn nach jeder Ankunft aus Gabrovo hatte ich ein Treffen mit Ihm), sagte
Er mir: „Es ist schon die Zeit gekommen, wenn sich der Berg euch enthüllt.“ Damals hatte ich es mir gemerkt, aber ich war erstaunt, dass es keinen Bezug auf unser Gespräch hatte. Ich dachte, es sei eine Art Symbolik. Und nun stellte es sich heraus, dass diese
Aussage des Meisters keine Symbolik war, sondern eine Realität, die ich berühren und im Rila-Gebirge erleben sollte. Und das ist ein außergewöhnliches Erlebnis in einer anderen Welt, mit anderen Sinnen und in einer anderen Realität.
Der Meister blickte von Musalla, jenseits des Tals vom Fluss
Beli Iskar, auf die Nadelwälder und die vielen Gipfel und sagte:
– Sie sind sauber und dort leben Wesen-Diener. Sie leben eigentlich gerne dort, wo kein Menschenfuß tritt und wo sie nicht gestört werden. Sie kennen die Kunst, sichtbar und unsichtbar zu werden, sie leben halb–physisch und halb–astral, sie haben hier ein Zuhause.
Der Äther durchdringt die Luft und das Licht, sie durchdringen einander. Was durchdringt, das regiert. Das Kleinere lebt im Größeren, das Größere umarmt das Kleinere. Der Äther hat 4 Zustände. Man glaubt, der Äther sei überall homogen, aber das ist er nicht. Die Sonnen sind Zentren ätherischer Energien. Der Druck des Äthers bildet die Sonnen. Wo Sonne ist, ist der Druck des Äthers am größten. Während der Äther einen Druck ausübt, werden die Sonnensysteme im unendlichen Raum gebildet. Der Druck des Äthers ist also nicht überall gleich.
Der Meister schaute noch einmal auf die Gipfel hinter dem Tal von Fluss Beli Iskar und sagte:
– Stellt euch vor, diese Wesen würden an einem Ort leben, der für den Menschen überhaupt nicht attraktiv ist. Scheinbar nackte Felsen, sie machen den Ort unattraktiv, und die Menschen werden dort nicht leben wollen.
Mit unseren menschlichen Augen sehen wir nur die Formen, aber wenn uns die Augen für die geistige Welt geöffnet werden, werden wir das wahre Leben auf der Erde sehen.
„DAS MORGENGRAUEN DES NEUEN LEBENS”
WAGEN, ERWORBEN OHNE BETRUG
Boris Nikolov erzählt
Aus: Izgreva … Bd. 3. Sofia, 1995, s. 159. ISBN 954-90041-2-8
Es war 1942, als wir in den Schrecken des Zweiten Weltkriegs lebten. Der Meister ruft Bruder Bojan Boev zu sich und sagt ihm:
– Kannst du für eine nicht sehr große Gruppe einen Ausflug zum Mussala-Gipfel vorbereiten?
Bruder Bojan hat nur darauf gewartet.
– Natürlich, Meister, kann ich!
Der Meister lächelt:
– Schön!
Bruder Bojan kommt schnell zu mir:
– Der Meister will, dass wir auf Mussala gehen!
Wir müssen es uns überlegen. Wir hatten keine Lebensmittelknappheit, obwohl es Kriegszeiten waren und Lebensmittel es nur auf Karten gab. Problem war, einen Wagen zu finden, um nach Chamkoria zu fahren. Es gab zwar Wagen, aber kein Benzin, nur gegen Erlaubnisschein und als letztes Mittel.
Ich ging das jeweilige Amt suchen. Ich habe es gefunden. Am Schalter – eine lange Schlange. Ich stelle mich auf und warte. Ich höre zu, was gesagt wird. Wagen gibt es nur für Kranke. Am Schalter steht ein Polizist, unscheinbar und nicht besonders klug. Er funktioniert wie ein Automat. Was immer man ihm befohlen hat, tut er. Ich gehe an den Schalter näher und denke nach. Ich suche aktiv nach. Argumenten, aber ich sehe, dass man aus keinem anderen Grund einen Wagen nutzen darf, außer für Kranke. Ich suche nach einem Kompromiss auch in mir selbst. Ich erzwinge meine Situation. Ich sage mir: „Bruder Bojan tun die Beine weh. Ich werde mir vorstellen, den Wagen für ihn zu verlangen.“ Etwas in mir stimmt dem nicht zu, aber ich stehe schon am Schalter und sage automatisch: „Wagen für einen Kranken nach Chamkoria“. Ich erhielt einen Zettel, aber die kleine Freude darüber verblasste in mir. Ich gehe zum Izgreva. Bruder Bojan sitzt da und wartet auf mich. Ich lege den Zettel vor ihm auf den Tisch, erzähle ihm aber nicht, wie ich ihn bekommen habe. Bojan rennt sofort zum Meister und klopft an die Tür. Die Tür öffnet sich, der Meister zeigt sich. Bojan reicht ihm begeistert den Zettel und sagt ihm:
– Meister, wir haben den Wagen für die Fahrt nach Chamkoria!
Und der Meister sieht ihn streng, schweigend an, lässt ihn nicht ins Zimmer, sondern hält ihn draußen und unterbricht ihn plötzlich:
– Ich steige nicht in einen Wagen, der durch Betrug erworben ist.
Bojan erstarrt. Er kann kaum schreiten, geht mühsam nach Hause, die Begeisterung in ihm ist erloschen. Er kommt zu mir, setzt sich an den Tisch und sagt:
– Der Meister will nicht in einen Wagen einsteigen, der durch Lüge erworben ist.
Jetzt war ich erstarrt. Ich schnappte den Zettel und rannte zurück in die Stadt. Ich gehe ins Amt hinein, gehe zum Chef, klopfe an die Tür, öffne sie und trete ein.
„SAG MIR DIE WAHRHEIT”
DER MEISTER NIMMT ABSCHIED VON MUSSALA
Boris Nikolov erzählt
Aus: Izgreva … Bd. 3. Sofia, 1995, s. 159–160. ISBN 954-90041-2-8
Am Schreibtisch steht ein junger gutaussehender Mann mit strahlendem Gesicht. Er trägt eine Offiziersuniform. Ich sage ihm:
– Herr Danov will mit einigen seiner Schüler auf Mussala steigen. Wir brauchen einen Wagen nach Chamkoria.
Der junge Mann sah mich an, streckte die Hand aus, nahm einen Zettel von seinem Schreibtisch und schrieb: „Ja“. Er unterschrieb, reichte mir den Zettel – keine Frage, kein Wort. Ich gehe hinunter, stelle mich wieder an, warte, bis ich an der Reihe bin, gebe dem Polizisten den Zettel und so habe ich einen zweiten Zettel, aber ohne Lüge. Jetzt gehe ich zum Izgreva als ob ich fliegen würde. Wer sagt, der Mensch habe keine Flügel? Doch, er hat welche. Es hängt davon ab, welche Kraft ihn bewegt. Bruder Bojan sitzt am selben Platz verzweifelt. Ich lege den Zettel vor ihn hin:
– Hier ist ein Erlaubnisschein ohne Betrug erworben.
Jetzt rennt er zum Meister:
– Meister, wir haben einen Erlaubnisschein für Benzin ohneBetrug erworben.
Der Meister lächelt und sagt:
– Schön! Können wir am Freitag abreisen?
Das war der letzte Ausflug zum Mussala mit dem Meister. Die ganze Zeit war Er traurig, still, verschlossen. Er wurde müde, stützte sich oft. Ich trug Seinen Rucksack. Er ging schwierig. Er atmete schwer, hielt an und sagte: „Eine Minute Pause.“ Er stützt sich auf den Stock, macht die Augen zu, setzt sich hin. Dann sah Er den großen Felsen zu. An der Stelle bei dem großen Felsen, beobachtete Er lange den Fluss, die klaren, singenden Wellen. Er schien nicht genug Luft zu haben. Und welche Kraft nur lag in der Luft, welchen Duft hatte sie! Wir haben das alles gespürt, weil wir jung waren. Und der Meister verabschiedete sich von seinen Lieblingspl ätzen, aber das haben wir damals nicht geahnt. Welche schönen Momente haben wir hier an diesen Orten mit Ihm verbracht!
Wir haben in der Hütte geschlafen. In der Nacht brachen wir, wie üblich, um 1–2 Uhr zum Musalla-Gipfel auf. Der Mann, der die Hütte bewirtete, heißt Mancho. Er war sehr freundlich, hing sehr am Meister und hat uns jedesmal sehr herzlich empfangen. Er lud uns ein, servierte uns Tee und äußerte seine Sympathie für die Bruderschaft und den Meister.
Der Meister hatte immer eine Idee bei der Besteigung von Mussala. Es ging mir nicht aus dem Kopf, dass sich der Meister von Mussala verabschiedete. Er war erschöpft und ruhte sich öfter aus. Wir verbrachten drei Tage in der Hütte, wobei wir jeden Morgen bei Sonnenaufgang auf Mussala waren. Nun verabschiedete sich der Meister von Mussala.
Und ich erinnere mich an das Jahr 1922, als der Meister die Schule eröffnete, und daran, wie Er auf der Zusammenkunft in der Stadt Tarnovo sang und das Lied „Fir-Fjur-Fen“ gab. Dieses Lied wurde zur Hymne der Weißen Bruderschaft, und durch dieses Lied wurden alle feindlichen Kräfte zerstreut. Heutzutage brauchen Sie dieses Lied! Merken Sie sich, es ist die Hymne der Weißen Bruderschaft!
„FIR–FJUR–FEN. SEGNE!“
DER HOCHMUT GEHT DEM FALL VORAN
Boris Nikolov erzählt
Aus: Izgreva … Bd. 3. Sofia, 1995, s. 144. ISBN 954-90041-2-8
Der Meister ging fast jedes Jahr auf Mussala. Wenn wir Ende August von den Sommerferien an den Sieben Seen nach Sofia zurückkehrten, wollte der Meister im September noch einmal für einige Tage auf Mussala gehen. Es wurde eine kleine Gruppe mitgenommen, denn für die große Gruppe war viel Organisation und Gepäck nötig. Und wir gingen fünf oder sechs Brüder mit Ihm. Er zog Brüder vor, damit die Gruppe beweglicher ist und keine unnötige Last getragen wird. Die Brüder trugen alles auf dem Rücken, und die Schwestern konnten keine schweren Rucksäcke tragen. Ich kann ein interessantes Erlebnis erzählen. Das war im Jahr 1942 Bis dahin gingen wir jedes Jahr mit dem Meister in die Berge.
Das war Seine Regel. Dieses Jahr war der Meister sehr müde und erschöpft, und Er bewegte sich sehr schwierig. Wir kamen in der Hütte an, mieteten ein Zimmer und machten es uns darin bequem. Wir waren fünf oder sechs Brüder, und unten im Warteraum saßen zwei oder drei Touristen, die ein mit Batterie gespeistes Kofferadio eingeschaltet hatten. Es war eine Radiosendung über die Feierlichkeiten in Deutschland anlässlich Hitlers Siegen. Aber Feierlichkeiten jener Art, pompös, mit „Heil!“ – Ausrufen von Tausenden von Menschen. In der Sendung wird von den Großen angekündigt, wer reinkommt, wer aufsteht, wer sich hinsetzt. Propagandafeiern vor der ganzen Welt. Also ein Sieg nach dem anderen. Die Deutschen sind der Siege müde.
Der Meister sitzt oben, er kommt nicht herunter Radio hören. Und Bruder Bojan Boev hört Radio. Er konnte Deutsch, er hatte dort studiert. Er ging zum Meister hinauf und berichtete Ihm, welche Feierlichkeiten im Radio übertragen wurden, was Hitler und Goebbels über die deutsche Macht und ihre unbesiegbaren Armeen sagten. Der Meister sitzt griesgrämig da und hört zu, was Bruder Bojan sagt, und als dieser aufhörte, hob der Meister den Kopf und sagte in einem einzigen Satz:
– Hochmut geht dem Fall voran!
Bruder Bojan stand da verblüfft. Nach so vielen Siegen und nach so vielen Feierlichkeiten sagte der Meister einzig diesen Satz. Und von da an ging es für die Deutschen bergab. Wir wissen und haben miterlebt, wie das alles endete. Mit Fall und Niederlage Deutschlands 1945.
Hier ist das Gesetz: „Stolz kommt vor dem Zusammenbruch, Hochmut vor dem Fall.“ (Sprüche Salomos, Kap. 16, Vers 18.) Und wir, die wir um den Meister herum waren, wurden Zeugen, wie Er die Geschicke der Welt lenkte und den Weg der Völker bestimmte!
„DENKE, DENKE RICHTIG”
DER UNGEWÖHNLICHE BESUCH IN MUSSALA-HÜTTE
Galilei Velitschkov erzählt
Aus: Izgreva … Bd. 1. Sofia, 1993, s. 56. ISBN 954-799-183-3
Ich befand mich im Zimmer mit einigen Betten, von denen dasjenige am Fenster mit Blick auf den Gipfel für den Meister bestimmt war. Von dem Moment an, als wir im Zimmer untergebracht wurden, war Er ungewöhnlich still. Normalerweise dauerten die Gespräche mit Ihm bis in die Nacht hinein. Dann schrieb Bruder Boev Perlen der Weisheit und der Mystik auf. An jenem Abend waren aber auch wir still und aufmerksam. Ein jeder bereitete sich auf die festgesetzte Mitternachtsstunde vor. Wir fielen in leichten Schlummer, aber ab und zu wurden wir vom Schlaf übermannt. Doch die Augen der wachen Brüder nahmen die Unruhe des Meisters wahr. Er machte oft die Taschenlampe an, um zu sehen, wie weit sich der Uhrzeiger fortbewegt hatte. Die Nacht draußen war still und ruhig. Aber gegen ein Uhr machte er die Taschenlampe an und fragte Nedeltscho, der neben ihm wach war, mit halber Stimme: „Wie spät ist es? Vorher war es 12, und jetzt ist es wieder 12?!“ Nedeltscho schaut auf seine Uhr und flüstert: „Es ist 1 Uhr, Ihre Uhr ist stehen geblieben!“
Durch die Antwort beruhigt, schläft Nedeltscho wieder ein, und der Meister stand auf, schaute in die sternenklare Nacht, winkte mit der Hand und begann, flüsternd in einer unbekannten und unvertrauten Sprache zu sprechen.DE Ich konnte einzelne Worte mit einer interessanten Mischung aus Vokal– und Konsonantenklängen vernehmen – unverständlich für mich, aber wahrscheinlich verständlich für denjenigen, mit dem sich der Meister unterhielt.
Wie der ungläubige Thomas aus der Zeit Christi sah ich mich im Zimmer nach jemandes Besuch um, es war jedoch niemand da. Alle schliefen, und das Gespräch dauerte nicht länger als 15 bis 20 Minuten, und danach war nur eine zum Gruß erhobene Hand ein untrügliches Zeichen dafür, dass das „Treffen“ beendet war.
Der Meister griff dann nach der Decke und wickelte sich darin, um sich auszuruhen. Eine unvergessliche und denkwürdige Szene der Kommunikation des Meisters mit für uns unsichtbaren Wesen!
Der Meister griff dann nach der Decke und wickelte sich darin, um sich auszuruhen. Eine unvergessliche und denkwürdige Szene der Kommunikation des Meisters mit für uns unsichtbaren Wesen!
Etwas später, gegen 2 Uhr, wurde die Taschenlampe wieder angemacht und die Frage nach der Uhrzeit wurde Nedeltscho erneut gestellt: „Bei mir ist es immer noch 12 Uhr!“ Nedeltscho erwiderte im Halbschlaf: „Die Uhr ist stehen geblieben, weil Sie sie nicht aufgezogen haben!“ Der Meister erwiderte nichts weiter, sah aus dem Fenster und legte sich wieder auf das Bett. Gegen 3 Uhr spielte das Licht Seiner Taschenlampe erneut durch den Raum und erhellte die bereits erwachten Freunde, und Er sagte ihnen leise: „Wollen wir bald fertig sein? Und du, Nedeltscho, wecke die Freunde in den anderen Zimmern und sage ihnen, dass wir um 3.30 Uhr zum Gipfel aufbrechen!“
Flink, leise und ohne unnötiges Gerede verließen die Freunde die Hütte und stiegen still den Pfad zum Gipfel hinauf. Eine mystische, nächtliche Prozession mit dem Lichtspiel der Taschenlampen glich eher einer Vision als der Realität. Ab und zu wurde die Stille von einem rollenden Kieselstein gestört, den ein unsicherer Schritt rutschen ließ. Eine Vision aus der Zeit der Bogomilen!
Auf dem Gipfel erwarteten uns der Geist von Musalla und der Sonnenaufgang. Und dann waren wir überzeugt, dass die Quelle des Lebens auch außergewöhnlich und unwiderstehlich ist.
„DIE LIEBE IST EINE QUELLE”




